10 Jahre – Die Grünen Walzbachtal

Seit zehn Jahren besteht mittlerweile der Ortsverband der Grünen in Walzbachtal. Aus diesem Grund fand am 2. Juli die Jubiläumsfeier im Wössinger Hof statt.

Neben zahlreichen Mitgliedern, Freunden und Vertretern aus benachbarten Ortsverbänden waren als Gäste die Landtagsabgeordnete Andrea Schwarz und Bürgermeister Timur Özcan vertreten.

Nach der Begrüßung durch Vorständin Karin Thaler-Mieslinger ergriff Vorstand Michael Futterer das Wort und blickte in seiner Rede auf die vorangegangen zehn Jahre zurück und ging zunächst auf die Anfänge sowie die Gründungsversammlung am 2. Februar 2012 ein. Er ließ dabei durchblicken, dass zunächst thematisch in Gruppen gearbeitet wurde und Positionen sowie Visionen erarbeitet wurden. Themen wie die Verbesserung der S-Bahn, das Zementwerk und die B293 haben den Ortsverband bereits seit der Gründung begleitet. Darüber hinaus organisierte der Ortsverband immer wieder Veranstaltungen zu den verschiedensten Themen. Als Beispiele seien hier Streuobst, Inklusion, Ganztagsschule und E-Mobilität genannt. Michael Futterer betonte, dass das Ziel des Ortsverbands immer daran bestand, sich zunächst zu informieren und dann Positionen zu erarbeiten und nicht umgekehrt. Im Anschluss ging Michael Futterer auf die erfolgreichen Wahlergebnisse auf kommunaler- sowie auf Landes- und Bundesebene ein, ehe er seinen an den Vorstand des Ortsverbands, den Gemeinderat, die Gemeinde und Bürgermeister sowie an alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Walzbachtal ausdrückte.

Als nächster Redner hob Bürgermeister Timur Özcan die gute Zusammenarbeit mit dem Ortsverband und der grünen Fraktion im Gemeinderat hervor. Als Beispiele nannte er die Themen Stadtradeln, pestizidfreie Kommune und Fair-Trade Town, alles Anträge, welche von der grünen Fraktion im Gemeinderat eingebracht und umgesetzt wurden. Abschließend verdeutlichte er die Gemeinsamkeiten „Nachhaltigkeit und Weltoffenheit“, welche von der Gemeinde und dem Ortsverband verfolgt werden, ehe er seine Rede mit der Übergabe von zwei Geschenken an den Ortsverband beendete.

Anschließend bedankte sich die Landtagsabgeordnete Andrea Schwarz, dass sie den Ortsverband bereits zehn Jahre begleiten durfte und hob hervor, dass sie es wichtig findet, Positionen zu erarbeiten, diese abzuwägen und mit den Bürgern zu diskutieren. Sie beglückwünschte den Ortsverband zur Ausrichtung der strategischen Arbeit, welche die Menschen vor Ort überzeugt. Im Anschluss ging Andrea Schwarz auf die Arbeit auf Landesebene ein. Themen wie der Artenschutz, der Klimawandel und die erneuerbaren Energien sind hierbei der ständige Begleiter im Landtag. Sie hob zudem die zahlreichen Veranstaltungen des Ortsverbands hervor, welche zur Bildung von Positionierungen beigetragen haben und welche darauf abzielen, Walzbachtal voranzubringen.

Zwischen den Redebeiträgen wurden immer wieder Videobotschaften eingespielt. Besonders hervorzuheben ist das Grußwort von Sozialminister Manne Lucha, der gerne als Gast bei der Feier dabei gewesen wäre, jedoch am Requiem von Carl Herzog von Württemberg als Vertreter der Landesregierung teilnahm. Er betonte die echte grüne Basisarbeit im Ort, wofür es gute Ideen und täglich den politischen Gestaltungswillen benötigt und beglückwünschte den Ortsverband zu zehn erfolgreichen Jahren.

In den weiteren Videobotschaften grüßten die Bundestagsabgeordnete Zoe Meyer, der Landesvorsitzende der Grünen in Baden-Württemberg, Pascal Haggenmüller sowie der Landtagsabgeordnete Alexander Salomon den Ortsverband und blickten auf gemeinsame Erlebnisse zurück und richteten gleichzeitig den Blick auf zukünftige Herausforderungen.

Im Anschluss an die Redebeiträge wurde das köstliche Buffet, welches uns von Lea Rakete Catering, zur Verfügung gestellt wurde, eröffnet und die Gäste konnten sich in gemütlicher Atmosphäre austauschen und näher kennenlernen.

Für die vielen Grußbotschaften, motivierenden Worte und Geschenke, die uns anlässlich unserer zehnjährigen Jubiläumsfeier am 02.07.2022 im Wössinger Hof erreichten, möchten wir uns bei allen Gratulanten und Mitfeiernden herzlich bedanken.

Auch allen helfenden Händen, die zum Gelingen dieses tollen Festes beigetragen haben und damit diesen tollen Rahmen für einen entspannten persönlichen Austausch überhaupt erst ermöglicht haben, gilt unser Dank.

Den Mitgliedern und Freunden des Ortsverbands, die seit 10 Jahren mit Energie, Verve und viel Fachwissen „die grüne Sache“ vorantragen, danken wir für Ihr persönliches Engagement und Ihre mitreißende Begeisterung.

Und nicht zu Letzt den Menschen der Gemeinde Walzbachtal, mit denen wir immer wieder Themen auch auf einer „grünen“ Basis diskutieren dürfen und die uns als einen wichtigen Teil der Gemeindepolitik sehen, danken wir von ganzen Herzen für die letzten 10 Jahre.

Grundlagen zur Elektromobilität

Elektroautos sind in aller Munde. Wenn man allein die letzten drei Jahre die Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland betrachtet, erkennt man jährlich einen Rekordwert. Im Jahr 2019 waren dies 63000, 2020 194000 und im Jahr 2021 356000 Elektroautos. Die Gesamtzahl der zugelassenen Elektroautos in Deutschland betrug am 1. Januar 2022 618500.

Die Grünen Walzbachtal konnten Physiker Dr. Behrens vom Initiativkreis Energie Kraichgau e.V. zu für einen Vortrag zum Thema „Grundlagen der Elektromobilität“ gewinnen. Dr. Behrens ging zunächst auf die Besonderheiten von Autos mit Elektroantrieb ein. Er thematisierte die Unterschiede zwischen einem Auto mit Elektro- und einem Auto mit Verbrennungsmotor. Bei den Elektromodellen gibt es ebenfalls viele technische Unterschiede, wie zum Beispiel die Art des Elektromotors, die Art der Leistungselektronik, die Art des Akkus und die Software. Anschließend ging Dr. Behrens auf die Rekuperation ein. Hierbei wird der Elektromotor beim Bremsen zum Generator. Er wandelt die Bewegungsenergie des Autos in elektrische Energie um. Diese wird in die Batterie eingespeichert und steht für die nächste Beschleunigung zur Verfügung. Hierdurch werden weniger Stromverbrauch und eine größere Reichweite erzielt. Beim Batterie laden ging Dr. Behrens auf die Besonderheiten beim Laden zu Hause und unterwegs ein. Bei den öffentlichen Ladensäulen fiel den Teilnehmern auf, dass beispielsweise in Jöhlingen noch keine Ladesäule vorhanden ist.

Bei der Reichweite mit einer Akku-Ladung ist es wichtig zu wissen, dass die Akku-Kapazität von der Temperatur abhängt. Beim Verbrauch spielen der Fahrstil, die Geschwindigkeit und die elektrischen Verbraucher eine große Rolle.

Beim Strom aus Erneuerbaren Energien für die E-Mobilität stellte Dr. Behrens den Gästen die Frage, wenn ein modernes Windrad in Süddeutschland mit der Leistung 5MW eine Nacht (12 Stunden) bei Voll-Last (windige Winternacht) läuft, für wie viele Kilometer dies mit dem Elektroauto reicht. Die Antwort mit 300000 km ist hierbei überwältigend.

Beim Kauf eines Elektroautos sind die Komponenten Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Garantieleistung für den Akku, Anhängerkupplung, Ladeort und Fachwerkstatt vor Ort zu beachten.

Interessant ist auch die Frage, ob es genug Rohstoffe für 100 Prozent Elektroautos gibt. Hier wird vor allem der Stromspeicher beachtet, wobei insbesondere Lithium benötigt wird. Im Jahr 2020 betrug die Lithium-Jahresproduktion 82000 Tonnen. Die aktuellen Reserven betragen 21 Millionen Tonnen. Zusätzlich wird aktuell mit Ressourcen mit 76 Tonnen gerechnet. Wenn man die aktuellen Lithium Reserven betrachtet, wäre bei der Erstausstattung von E-Autos ca. 2 Milliarden Fahrzeuge möglich, wenn man 12 kg pro Auto als Grundlage vorsieht. Bei der Lithiumgewinnung sind insbesondere die Umweltprobleme in Chile und Argentinien kritisch zu betrachten. Die Sole wird aus der Tiefe hochgepumpt, wodurch der Grundwasserspiegel fällt. Die Wassernutzung ist ein politisches Problem. In Chile sind die Wassernutzungsrechte an die Konzerne verkauft. In Deutschland kommt Lithium im Gestein in der Lagerstätte Zinnwald im Erzgebirge in Sachsen vor. Beim untertägischen Abbau ab 2025 sind 125000 Tonnen zu erwarten.

Heftig debattiert wird auch immer die Frage, was mit dem Akku passiert. Das Lebensdauer-Ende des Akkus für E-Autos beträgt 80% der Stromkapazität im Neuzustand. Am Beispiel bei einer neuen Reichweite von 400 km (Kapazität 50 kWh) wäre das Nutzungsende im Auto bei einer Reichweite von 320 km (Restkapazität 40 kWh). Diese Restkapazität ist immer noch erheblich. Zum Vergleich: die typische Speichergröße für eine private PV-Anlage beträgt 10 kWh. Die Nachnutzung des Auto-Akkus als stationärer Stromspeicher ist durchaus sinnvoll. Danach ist das Recycling technisch kein Thema, rechtlich geboten (EU-Altautoverordnung) und für die Wiedergewinnung der Rohstoffe sinnvoll und notwendig. Das mechanische Verlegen des Akkus erfolgt durch Roboter. Die chemische Wiedergewinnung der Rohstoffe in den einzelnen Zellen geht, aber das Lithium wird zur Zeit in der Regel nicht wiedergewonnen, da der Weltmarktpreis mit 25 Euro pro Kilogramm relativ gering ist. Zudem gibt es ein großtechnisches Recycling der Auto Lithium Akkus aufgrund der zu geringen Menge nicht.

Zum Abschluss des Vortrags ging Dr. Behrens auf das E-Car-Sharing im Landkreis Karlsruhe ein. Hierbei erläuterte er das Angebot zeozweifreiunterwegs der Umwelt- und Energie Agentur des Landkreises Karlsruhe. Außerdem wies er darauf hin, dass Elektromobilität mehr ist als nur E-Autos. Die Mobilitätswende ist nicht Verbrenner 1 zu 1 durch E-Autos zu ersetzen. E-Bikes, E-Roller, E-Lastenräder, Stadtbahnen, Bundesbahnen und Busse müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Im Anschluss an den Vortrag stellten die Gäste Dr. Behrens noch verschiedene Fragen zum Kauf von E-Autos. Zudem wurde in der Diskussion deutlich, dass eine öffentliche Ladesäule in Jöhlingen für die Mobilitätswende im Ort unabdingbar ist. Der Ortsverband der Grünen in Walzbachtal wird dieses Ziel weiter verfolgen und in öffentlichen Diskussionen einbringen.

Der Ortsverband der Grünen Walzbachtal möchte sich auf diesem Wege nochmals bei Dr. Behrens für den interessanten Vortrag bedanken.

Digitale Veranstaltung zur Bauwende mit Chris Kühn

Der Ortsverband der Grünen Walzbachtal durfte eine sehr interessante digitale Veranstaltung zum Thema „Bauwende“ mit Chris Kühn, dem baupolitischen Sprecher der grünen Bundestagsfraktion veranstalten. Neben Mitgliedern und Gemeinderäten aus Walzbachtal und Umgebung hat auch unser Bundestagskandidat Sebastian Gräßer an der Veranstaltung teilgenommen.

Ausgangspunkt der Betrachtung war, die derzeit sich verschärfende Klimakatastrophe und was wir dieser entgegenhalten können. Im Alltag sind die Begriffe „Verkehrswende“ oder „Energiewende“ bereits bekannt. Chris hat uns sehr anschaulich dargestellt, warum es auch eine „Bauwende“ benötigt. So sind die Gebäude und der Bausektor für 40 % der direkten und indirekten CO2 Emissionen, für 35 % des Energiebedarfes, für 60 % des Müllaufkommens und sogar 90 % des Rohstoffverbrauchs verantwortlich. Schon aufgrund des Chemischen Prozesses lassen sich die CO2 Emissionen bei der Herstellung von Beton nicht auf null reduzieren, selbst wenn ausschließlich Energie aus erneuerbaren Quellen verwendet würde. Daher braucht es eine Bauwende, um unsere Klimaziele zu erreichen. 

So ist zunächst auf das Bauen mit Holz ein Augenmerk zu legen. In diesem Baumaterial wird im Gegensatz zum Beton das CO2 gebunden. Durch konsequente Aufforstung und Verwendung des Nutzholzes entsteht eine „Wald-Bau-Pumpe“ und der Luft kann mehr CO2 entzogen werden, wie der Klimaforscher Joachim Schellnhuber darstellt. Holzbauten sind auch keine neue Technologie, sondern es gibt sie schon seit Jahrtausenden. Aktuelle Bauten in Norwegen und Tokio zeigen zudem, dass auch moderne Bauten wie Hochhäuser sich mit Holz gut umsetzen lassen. Neben Holz gibt es auch noch andere zahlreiche nachwachsende Rohstoffe wie Hanf, Schilf und weitere Pflanzen, die beim Bauen und Dämmen verwendet werden können.

Ein aktuelles Problem ist, dass die Kreislaufwirtschaft beim Bauen noch nicht vollzogen ist. Die Rückführung von Werkstoffen beim Abriss von Gebäuden durch Wiederaufarbeitung erfolgt in Deutschland kaum, sondern die abgerissenen Stoffe landen meist auf Deponien. Dabei gibt es bereits die Technologie Recycling-Beton herzustellen und diesen zu verbauen. In anderen Ländern wie z.B. der Schweiz gibt es sogar eine Pflicht bei öffentlichen Aufträgen diesen RC-Beton zu verwenden.

Die weiteren Punkte in der Diskussion waren u.a. Wärme-Sanierungen und Stadtentwicklungsprojekte, die jeweils uns den Klimazielen näherbringen.

Wir konnten mit Chris Kühn in der Diskussionsrunde noch über unser Zementwerk vor Ort unterhalten. Wir haben ihm auch gedankt für den Antrag der Bundestagsfraktion der Grünen, dass Zementwerke die Müll verbrennen auch die Grenzwerte von Müllverbrennungsanlagen erhalten. Leider hat der Antrag im Bundestag keine Mehrheit erhalten. Es war eine sehr gelungene Veranstaltung und wir haben Chris Kühn auch zu einem Besuch in Walzbachtal eingeladen.

Besuch von Andrea Schwarz MDL bei der Firma Visucom Walzbachtal

Andrea Schwarz, grüne Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Bretten, besuchte gemeinsam mit Ernst Reichert, Gemeinderat und Mitglied im Vorstand des Bündnis 90 die Grünen Walzbachtal, die Firma Visucom in Walzbachtal. Aufgrund der momentanen Corona-Situation wurde die Teilnehmerzahl auf 2 Personen begrenzt.

Die Firma Visucom wurde im Jahre 1987 von Herrn Rüdiger Neller in Walzbachtal (Baden) gegründet.

Visucom bietet den Kunden die Möglichkeit, auch spezielle Sonderanfertigungen zu produzieren. Die Produktpalette und Leistungen erstrecken sich von professionellen Leinwänden, Schultafeln, interaktiven Tafeln (Starboard), Lautsprechern, Kameras, Beamer, Displays sowie Mediensteuerungen über Installationen vor Ort bis hin zur Einweisung und Schulung.

Visucom ist ein zertifizierter Epsonpartner, wovon es in ganz Deutschland nur 20 Firmen gibt. Die produktive Nachhaltigkeit der Firma Visucom ist in Baden-Württemberg einzigartig.

Mit dem Digitalpakt „Schule“ wollen Bund und Länder für eine bessere Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik sorgen. Digitale Medien können das Lernen im Unterricht und außerhalb der Schule besser vernetzen und dazu beitragen, Bildungsbenachteiligungen auszugleichen. Eine enge Zusammenarbeit erfolgt mit dem Landrat Herrn Dr. Schnaudigel und Herrn Watteroth vom Landratsamt.

Die Schulen sollten laut Herrn Neller einen Medienentwicklungsplan in enger Zusammenarbeit mit der Firma Visucom als Lösungsanbieter erstellen. Alle Mitarbeiter der Firma Visucom wurden zu zertifizierten Befestigungstechnikern ausgebildet.

Unsere Landtagsabgeordnete Andrea Schwarz war begeistert von so viel Innovationskraft. Die Produkte, welche die Firma Visucom herstellt, werden unsere Schulen digital bestens aufstellen, den Lehrerinnen und Lehrern neue Möglichkeiten bieten, um Lehrinhalte zu vermitteln und bei den Schülerinnen und Schülern Interesse zum Arbeiten mit digitaler Technik wecken.

Resümee unseres Besuches, die Starboards plus Zubehör müssen zur Grundausstattung jedes Klassenzimmers gehören.

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Neller und seiner Tochter Frau Gütler für die Einblicke in die Arbeit der Firma Visucom.

Besuch von Andrea Schwarz - Walzbachtal wird Teil der Energiewende

Begleitet von Bürgermeister Timur Özcan und Grünen OV- und Gemeinderatsmitgliedern besuchte Andrea Schwarz MdL die Firma TS Quadrat in Walzbachtal. Im Bereich der Altlastenentsorgung leistet TS Quadrat mit hervorragendem Wissen im Bereich Nukleartechnik Pionierarbeit. „Wir machen technisch alles für das, was wir als Gesellschaft wollen: den Rückbau der Kernkraftwerke. Unser Ziel ist es, die technischen Voraussetzungen zu schaffen, um zu einer guten und sicheren Altlastenentsorgung beizutragen“, berichtet GF Tobias Schreiber und ergänzt, dass der Umgang mit schwach, mittel und hochgradig strahlenbelasteten Stoffen heute bis aufs kleinste geregelt ist. Jedes Fass, das befüllt wird, erhält eine individuelle Kennzeichnung, die Auskunft über Inhalt und Standort enthält, sodass vom Abbau eines Kernkraftwerkes bis zur Deponierung in einem noch zu schaffenden Endlager jedes Fass jederzeit identifizierbar ist.

Dabei kann er die anfängliche Skepsis der Nachbarschaft seinem Betrieb gegenüber zwar nachvollziehen, betont aber auch, dass „in Walzbachtal kein Fass mit Atommüll stehen wird“. Unsere Maschinen und Anlagen arbeiten vor Ort, dort wo abgeschaltete KKW und Forschungseinrichtungen abgebaut werden. „Die Asse war eine absolute Fehlentwicklung“, darin war er sich mit Andrea Schwarz MdL einig, und „solche Fehler dürfen nie wieder vorkommen“. Man müsse die Ängste der Bevölkerung, welche Gefahren vom Abbau, Transport und der Endlagerung ausgehen, sehr ernst nehmen, aber auch differenziert aufklären, sagte die Abgeordnete. „Emotionale Reaktionen können mit fundierten, verlässlichen, wissenschaftlichen Berechnungen entkräftet werden. Niemand will Transporte mit hochradioaktivem Material, aber sie werden notwendig sein, spätestens, wenn ein Endlager gefunden wurde“, betonte Schwarz und sieht auf den Staat auch Kosten zukommen, denn „der Staat kann sich nicht aus der Verantwortung ziehen, wenn die ehemaligen Betreiber und Profiteure der Kernenergie nicht zahlen wollen oder können.“

Parallel zum Ausstieg aus der Kernenergie im ersten und aus der Kohle im zweiten Schritt könne die Zukunft nur in den Erneuerbaren Energien liegen, sagte Schwarz, „es muss ein Mix aus Photovoltaik, Windkraft, Biomasse und Geothermie kommen, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Auch in Walzbachtal gibt es Diskussionen über geplante Windkraftanlagen an der Gemarkungsgrenze zu Weingarten. Bürgermeister Timur Özcan berichtete, dass ursprünglich Anlagen von ca. 140 Metern Höhe angedacht waren und somit ganz andere Bedingungen. Jetzt sind die Rahmbedingungen jedoch andere, wie zum Beispiel die Höhe von 247 Metern. Das wäre bei damaliger Diskussion des Gemeinderats in öffentlicher Sitzung sicher ein wichtiger Aspekt gewesen. Andrea Schwarz sprach sich für den Bau aus. „Wir haben nicht mehr das Zeitfenster zu warten, die Folgen des Klimawandels sind in unseren Wäldern zu sehen. Der Waldschadensbericht 2019 wies 43 % der Waldfläche als deutlich geschädigt aus. 2020 werden die Schäden deutlich zunehmen. Deshalb kann ich auch das Argument der Naturzerstörung durch den Bau von Windkraftanlagen nicht nachvollziehen.“

Gemeinsam zog man das Fazit, dass Deutschland Vorreiter sein könne und müsse, um die Folgen des Klimawandels abzumildern, die Energiewende müsse jedoch mit Maß und Verstand vorangetrieben werden, wenn nicht mit Begeisterung, dann doch aus Gründen der Vernunft und der Enkelgerechtigkeit.

Im Anschluss an die Betriebsbesichtigung tauschte Andrea Schwarz sich mit Bürgermeister Özcan und den Grünen Vertreter*innen im Café Panama noch über die Themen aus, die vor Ort derzeit die politische Landschaft bestimmen. Umgehungsstraße ja oder nein? Mehr und zuverlässigerer ÖPNV, mehr Güter-auf-die Schiene, mehr Radwege? Es gibt noch viel zu tun. Die Zukunft kann kommen.

Artenschutz in Baden-Württemberg – Informations- und Diskussionsabend des Ortsverbands der Grünen in Walzbachtal

Das Volksbegehren „Artenschutz – Rettet die Bienen“ war im letzten halben Jahr in aller Munde. Am 24. September 2019 wurde Baden-Württembergs erstes Volksbegehren angestoßen und auch gestartet, ehe dann am 15. Oktober ein Verhandlungsangebot der Landesregierung über einen alternativen Gesetzesentwurf angenommen und sofort die Unterschriftensammlung für das Volksbegehren ausgesetzt wurde. Unter den Landwirten*innen und Naturschützern*innen fanden jedoch weiterhin emotionale Debatten statt, bis die Landesregierung mit mehr als 30 landwirtschaftlichen Verbänden aus Baden-Württemberg einen alternativen Gesetzentwurf erarbeitet hat und der Volksbegehren am 18. Dezember 2019 auf Eis gelegt wurde.

Der Ortsverband der Grünen in Walzbachtal lud zu einem Austausch über das Thema „Artenschutz in Baden-Württemberg“ ein. Als Referent konnte der Mitinitiator des Volksbegehrens „Artenschutz – Rettet die Bienen“, Tobias Miltenberger, gewonnen werden. Zudem war die Landtagsabgeordnete Andrea Schwarz zu Besuch, die den Abend mit einem Grußwort eröffnete. Hierbei ging Andrea Schwarz auf das Eckpunkte-Papier, das die Landesregierung mit den Volksbegehren-Vertretern erarbeitet hat, ein. Das Eckpunkte-Papier enthält das Verbot von Schottergärten, der Biolandbau soll bis 2030 bei 30-40% einnehmen, Staatsdomänen sollen eine Öko-Umstellung erfahren, es sollen 40-50 Prozent weniger chemisch-synthetische Pestizide bis 2030 eingesetzt werden und in Naturschutzgebieten sollen Pestizide komplett verboten werden. Zudem betonte Andrea Schwarz, dass der Artenschutz als gesetzliches Ziel verankert werden soll und somit noch mehr Bedeutung erfahren wird. Andrea Schwarz wies darauf hin, dass der Rückgang der Biodiversität uns alle betrifft und verdeutlichte, dass durch Bürgerbegehren, welche Bestandteil unserer Demokratie sind, tolle Initiativen entstehen können.

Anschließend ergriff Tobias Miltenberger, Mitinitiator des Volksbegehrens „Artenschutz – Rettet die Bienen“, das Wort. Das Volksbegehren, dessen Träger proBiene ist und zu dessen Trägerkreis unter anderem DemeterBW, Nabu BW, BUND BW, Slow Food Deutschland und Fridays for Future zählen, wird von über 120 Verbänden, Unternehmen, Institutionen und Parteien unterstützt. Herr Miltenberger verwies auf den Insektenrückgang von 75 Prozent in den letzten 25 Jahren. Insbesondere beim Artensterben ist die ökologische Belastungsgrenze längst überschritten. 40 Prozent der Wildbienenarten in Baden-Württemberg sind vom Aussterben bedroht. 25 Prozent weniger Vögel sind am Bodensee seit 1980 zu beobachten. Das Insektenmonitoring Baden-Württemberg bestätigt auch hier einen drastischen Rückgang. In Baden-Württemberg werden statistisch im Bundesvergleich zudem mehr Pestizide ausgebracht.

Herr Miltenberger erläuterte nochmals das Eckpunkte-Papier und ergänzte weitere sinnvolle Schritte zum Artenschutz und nahm hierbei vor allem die Politik, die endlich sinnvolle Förderprogramme für bäuerliche Landwirtschaft initiieren soll und die Verbraucher, die regional und nachhaltig erzeugte Lebensmittel kaufen sollen, in die Verantwortung.

Im weiteren Verlauf blickte Herr Miltenberger auf das Verfahren und die damit verbundenen Grenzen des Volksbegehrens zurück. Durch das Kopplungsverbot darf in einem Volksbegehren nur ein klar abgegrenztes Thema behandelt werden. Der Gesetzentwurf muss wissenschaftlich basiert begründet werden und darf ausschließlich Gesetze tangieren, die in den Handlungsbereich des Landes fallen.

In der abschließenden Diskussion wurde nochmals auf die Artenschutz-Gesetzverankerung eingegangen. Dies ermöglicht in Zukunft auch die Auslegung von neuen Gesetzen und ist somit von großer Bedeutung. Bei der Frage nach der Marktverträglichkeit von 30-40 Prozent Biolandbau verwies Herr Miltenberger auf die höheren Erträge für Landwirte und die damit verbundenen höheren Marktpreise. Er hob in diesem Zusammenhang seine Motivation als Imker hervor, indem er sich nicht am bestehenden Preis orientiert, da dies nicht ehrlich zu sich und zu den Kunden sei.

In der Diskussion verdeutlichte sich, dass die Bildung einen wesentlichen Teil gegen das Artensterben beitragen kann. Die Landwirtschaft kann hierbei durch gläserne Produktionen, Crowdfarming-Programme und eine solidarische Landwirtschaft die Beziehung und Kommunikation zum Verbraucher stärken.

Der Ortsverband der Grünen in Walzbachtal bedankt sich bei dem Referenten Herrn Miltenberger für den Vortrag über das Volksbegehren „Artenschutz – Rettet die Bienen“, bei Andrea Schwarz für das Grußwort und den Input bei der Diskussion sowie bei den Landwirten*innen und Naturschützern*innen für die lebendige Diskussion. Klar ist: wir werden nur gemeinsam die großen Herausforderungen in Zeiten des Klimawandels angehen können. Dafür braucht es aber auch klare Regeln, um klare Handlungsräume für alle Beteiligten zu schaffen. Wir sind uns zwar nicht immer alle einig gewesen, der Austausch ist jedoch weiterhin enorm wichtig!

Exkursion in den Nationalpark Schwarzwald

Die mittlerweile fünfte Exkursion des OV Walzbachtal in den Nationalpark Schwarzwald wurde dieses Jahr zum zweiten Mal mit dem OV Bretten und das erste Mal mit dem OV Gondelsheim durchgeführt. Nach der gemeinsamen Wahlkampfveranstaltung zum Thema E-Carsharing bot sich dieses Jahr zum zweiten Mal die Gelegenheit, sich mit den benachbarten Ortsverbänden zu vernetzen und auszutauschen.

Der gemeinsame Weg führte mit öffentlichen Verkehrsmitteln in den nördlichen Teil des Nationalparks Schwarzwald, welcher sich zwischen Baden-Baden und Freudenstadt auf dem Höhenrücken des Nordschwarzwaldes entlang zieht. Ziel der Exkursion war der Wildnispfad, welcher direkt an der Schwarzwaldhochstraße am Plättig liegt. Dort erwartete uns bereits ein Ranger des Nationalparks.

Innerhalb der nächsten 25 Jahre soll ein Großteil der Fläche des Nationalparks sich selbst überlassen bleiben. Hier darf die Natur eine Spur wilder werden. Auf dem Wildnispfad findet bereits seit dem Jahr 2000 keine Waldbewirtschaftung mehr statt. Hier kann man heute bereits sehen, wie sich die Natur ohne das Eingreifen von Menschen frei entwickelt.

Auf dem Wildnispfad konnten die Teilnehmer die stete natürliche Entwicklung der Natur nach einem schweren Sturm, dem Orkan Lothar am 26. 12. 1999, mitverfolgen. Weitgehend naturbelassen schlängelt sich der schmale Pfad mit einer Länge von 4,5 Kilometern über die ehemalige Sturmfläche. Wenige Minuten des Orkans reichten aus, um diesen damals 150 Jahre alten Bergmischwald aus Tannen, Buchen und Fichten in ein Chaos aus umgestürzten Bäumen, aufgerichteten Wurzeln und geborstenen und zersplitterten Stämmen zu verwandeln. Die Stadt Baden-Baden hat sich nach dem Sturm entschieden, die gefallenen Bäume auf einer Fläche von 70 Hektar weitgehend liegen zu lassen und der Natur dort ihren freien Lauf zu lassen. Unterdessen sind viele junge Bäume auf dem Pfad gewachsen, dem Wald sieht man die Zerstörung kaum noch an.

Nach einem Sturm oder einem Borkenkäferbefall kommen natürliche Entwicklungen im Wald in Gang, die die Teilnehmer aus der Nähe beobachten konnten. Einige Jahre nach dem Sturm beginnen die toten und umgestürzten Bäume langsam zu vermodern. Pilze sind hierbei maßgeblich bei der Holzzersetzung beteiligt. So werden die liegenden Stämme und Wurzelteller allmählich morsch, zerfallen und werden schließlich zu fruchtbarer Erde für neues Wachstum junger Pflanzen. Viele Tierarten leben in dem toten Holz und finden hier ein Zuhause und Nahrung. An anderer Stelle treiben umgefallene Bäume in skurrilen Wuchsformen wieder neu aus oder junge Bäume wachsen auf alten toten Stämmen auf.

Wie am Beispiel des Orkans Lothar am Wildnispfad zu sehen ist, ist die Entwicklung des Waldes von einer sehr starken Dynamik geprägt. Es ist nicht immer vorhersehbar, in welche Richtung es gehen wird. Doch gewiss ist, dass der Wald immer wieder sein Gesicht ändern wird.

Im Anschluss an die Führung kehrten wir im Waldgasthaus Kohlbergwiese ein, wo wir beim wohlverdienten Essen unsere Tour ausklingen ließen.

An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an den ehrenamtlichen Ranger, welcher in der Führung auf zahlreiche Fragen einging und uns die Eigenschaften des Nationalparks näherbrachte.

Kommunalpolitische Radtour - Tour de Walzbachtal

Kaffeetrinken mit den Grünen Gemeinderatskandidaten im Cafe Panama, Wössingen

Wahlstände

Besichtigung des Bio Hofs Schmitt

Anfang Mai besichtigte der Ortsverband der Grünen Walzbachtal den Bio Hof Schmitt in Binsheim, welcher im Jahre 1963 erbaut wurde. Im Jahr 1985 stellte der Hof auf Bioerzeugung um, ehe 2002 die Produktionsräume erweitert wurden. 2012 gab der Bio-Hof Schmitt die Tierhaltung auf und fokussierte sich auf den Ackerbau. Die Anbaufläche von 100 Hektar Felder teilen sich in 20 Hektar Wiesen und 80 Hektar Ackerbau auf.

Nachdem die Teilnehmer von Herrn Schmitt begrüßt wurden, erläuterte dieser die Umstrukturierung des Hofes. Neben der fortschreitenden Technisierung und der Umfunktionierung des Bullenmaststalls in ein Getreidelager, spezialisiert sich der Bio-Hof Schmitt auf die Aktivkompost-Produktion.

Der hochwertige Aktivkompost setzt sich aus Stroh, Rindergülle, Gras und Pflanzenmehl zusammen. Der nährstoffreiche Aktivkompost aktiviert die biologische Umsetzung im Boden und fördert die gesunde Entwicklung der Pflanzen. Der Bio-Hof vermarktet den Aktivkompost zu einem Drittel direkt und zu zwei Dritteln über den Handel.

Im weiteren Verlauf der Führung ging Herr Schmitt auf die Folgen des Klimawandels ein, welcher sich insbesondere in der Landwirtschaft bemerkbar macht. Andere Schädlinge, andere Pflanzen sowie die verstärkten Wetterextreme, sind hierfür deutliche Indikatoren.

Anschließend wurden die politischen Fehlentwicklungen im Themengebiet Landwirtschaft diskutiert. Neben den Schwierigkeiten bei Zertifizierungen prangerte Herr Schmitt den hohen Arbeits- und Kostenaufwand in der Landwirtschaft, insbesondere für Kleinbetriebe an. Letztendlich plädierte er für eine ausreichende Honorierung der Leistungen in der Landwirtschaft im Bezug auf die Erzeugung hochwertiger Nahrungsmittel und Pflege der Kulturlandschaft.

Ein interessantes Thema war auch die landwirtschaftliche Maschinennutzung in Walzbachtal. Da landwirtschaftliche Fahrzeuge das finanzielle Budget von Höfen strapazieren, wurden die Chancen und Möglichkeiten von einer gemeinsamen Fahrzeugnutzung erörtert.

Der Ortsverband der Grünen Walzbachtal bedankt sich auf diesem Wege für die interessante Besichtigung.

Weitere Informationen über den Bio-Hof Schmitt findet man im Internet unter: www.bio-hof-schmitt.de

Kandidat*innen des Grünen Ortsverbandes Walzbachtal fuhren zeozweifrei zum Walzbachtaler Rathaus

Seit einigen Jahren gibt es durch das Projekt „zeozweifrei-unterwegs“ in der Region Bruchsal das Angebot von E-Carsharing. Leider gibt es bisher in Walzbachtal noch keine Station, aber im arbeitspolitischen Maßnahmeprogramm des European Energy Award des Ortes ist eine Umsetzung spätestens 2021 vorgesehen.

Kandidat*innen der Liste von Bündnis 90/Die Grünen Walzbachtal nutzten bei dem Aktionstag der Grünen aus Gondelsheim die Gelegenheit sich umfassend über das E-Carsharing zu informieren. Gemeinsam machten Sie auch eine Spritztour zum Walzbachtal Rathaus. Alle konnten sich von den Vorteilen und dem Spaß am Fahren eines Elektroautos überzeugen.

Die Grünen in Walzbachtal werden sich für die Umsetzung des E-Carsharing in Walzbachtal stark machen. In manchem Walzbachtaler Haushalt könnte so auf ökologischen Weise das (Zweit)-Auto ersetzen werden.

Besichtigung der Enthärtungsanlage im HB Gigelberg in Knittlingen

Da der grüne Ortsverband sich für die verbesserte Wasserqualität in Walzbachtal starkmacht, besichtigten Ortsverbandsvertreter die Enthärtungsanlage in Knittlingen. Dort hat die Stadt Knittlingen in den zurückliegenden Jahren den Hochbehälter Gigelberg ausgebaut und mit einer Umkehrosmoseanlage und einer computergesteuerten Fernüberwachungsanlage ausgestattet. In der Umkehrosmose wird durch einen nahezu vollständigen Entzug der mineralischen Bestandteile in einem Teilstrom des Wassers und nachfolgender Wiedervermischung mit dem unbehandelten Wasser eine Enthärtung des Eigenwassers von ca. 25 Grad deutsche Härte, wie es auch in Walzbachtal vorherrscht, auf ca. 10 Grad deutsche Härte erreicht. Zudem werden sowohl der Nitrat- als auch der Phosphatanteil deutlich verringert. Ein weiterer Vorteil der Anlage ist die Tatsache, dass der Computer Störungen per SMS direkt an die Mitarbeiter meldet. Hierdurch können die Mitarbeiter auch direkt von zuhause auf das System zugreifen.

Die verbesserte Wasserqualität wirkt sich natürlich auch auf den Wasserpreis aus. In Knittlingen werden die Mehrkosten mit ca. 45 Cent pro Kubikmeter veranschlagt. Auf der anderen Seite sind jedoch die deutlich spürbaren Verbesserungen, wie zum Beispiel keine Kalkablagerungen oder weniger Waschmitteleinsatz, zu nennen, die für eine Wasserenthärtung sprechen. Nach Angabe des Betreibers werden die Mehrkosten für das aufbereitete Wasser durch Minderkosten für ersparte Ersatz- und Reinigungsmaßnahmen von Geräten sowie verringerten Waschmittelverbrauch mehr als wettgemacht.

Der grüne Ortsverband wird sich auch in Zukunft für eine Wasserenthärtungsanlage in Walzbachtal einsetzen. In diesem Zusammenhang sehen wir es als wichtig an, dass die Eigenquellen erhalten bleiben, auf energieintensive Ferntransporte von Wasser (aus dem Bodensee) verzichtet werden kann und damit sowohl die Umwelt als auch die Geldbeutel der Walzbachtaler geschont werden. Diese müssen zwar einen Anstieg des Wasserpreises in Kauf nehmen, sparen im Gegenzug aber auch Kosten für frühzeitig verkalkte Geräte.

Der grüne Ortsverband bedankt sich an dieser Stelle nochmals bei den Mitarbeitern des Wasserwerks Knittlingen für die interessante Führung.

Grüne Politik zum Mitreden

Gut 70 Bürgerinnen und Bürger haben am Mittwoch, 27. Februar in Walzbachtal ihre Fragen und Anregungen an Verkehrsminister Winfried Hermann gerichtet, der in den Wössinger Hof gekommen war. Im Mittelpunkt des Abends standen der erfolgreiche Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sowie die Bedeutung der Elektromobilität für die Region.

Hermann berichtete über die Arbeit der grün-geführten Landesregierung. Als wegweisenden Erfolg sieht er die ÖPNV-Offensive für moderne und umweltfreundliche Mobilität. Gerade auf dem Land sei es wichtig, dass in jedem Ort in Baden-Württemberg mindestens stündlich Bus, Bahn oder Ruftaxi fahren sollen. Mit den Grünen an der Regierung sei Baden-Württemberg seit 2011 ökologischer, sozialer und weltoffener geworden. Diesen erfolgreichen Weg wolle man mit viel Energie weitergehen, betonte Hermann. Der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern sei dafür zentral.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher meldeten sich in der Diskussion zu Wort. Hermann und die Landtagsabgeordnete Andrea Schwarz führten die anregenden Gespräche mit den Teilnehmenden im Anschluss fort. Die Ausstellung grüner Regierungs-Erfolge unter dem Motto „Das neue Baden-Württemberg“ erwies sich dabei im Verlauf des Abends stets als ansprechender Gesprächsaufhänger.

Der Vorsitzende des Ortsverbands der Grünen in Walzbachtal, Michael Futterer, freute sich über das Interesse der Walzbachtalerinnen und Walzbachtaler: „Die Menschen wollen mitreden und sich beteiligen. Der gestrige Abend hat das deutlich gezeigt. Einen großen Dank an alle, die sich konstruktiv und kritisch eingebracht haben.“

Veranstaltung der Grünen über die Betreuung der Grundschulkinder fand eine große Resonanz

Der Grüne Ortsverband und die Grüne Fraktion Walzbachtal hatten eingeladen, um sich und die Bürger*innen mit soliden und sachlichen Informationen über die verschiedenen Formen der Betreuung von Grundschulkinder zu informieren. Neben den beiden Rektoren und Hortleiter*innen waren zahlreiche Eltern und Elternbeiräte anwesend.

Dem Ortsverband war es gelungen, zwei sehr kompetente Referentinnen zu gewinnen. Dies waren Heike Pommerening, die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende sowie Corinna Blume, die Konrektorin der Ganztagsschule Anne-Frank GHWRS Karlsruhe.

Heike Pommerening referierte allgemein über Ganztagsangebote an Schulen. Zunächst verdeutlichte sie, dass seit über 25 Jahren der Bedarf an Schulkindbetreuung steigt:

Schuljahr 1990/91 ca. 80 „Kernzeitgruppen“

Schuljahr 2015/16 ca. 8000 „verlässliche GS-Gruppen“

Im weiteren Verlauf ihres Vortrags erläuterte Heike Pommerening die Betriebserlaubnis-Eckpunkte der Hortbetreuung, ehe sie auf die derzeitigen Landeszuschüsse einging. So erhält der Hort einen Jahreszuschuss von 12.737 Euro pro Gruppe bei mindestens 25 Betreuungsstunden pro Woche. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass dieser Zuschuss nur für bestehende Gruppen gilt. Neue Gruppen werden derzeit nicht mehr bezuschusst. Abschließend ging Heike Pommerening auf die Planung des Kultusministeriums ein. Neben der Halbtagsschule ohne zusätzliches Angebot und der Halbtagsschule mit flexibler Betreuung ist hier die Ganztagsschule in verbindlicher Form sowie in Wahlform, bei der die Eltern entscheiden, ob ihr Kind teilnimmt, zu nennen.

Corinna Blume berichtete über ihre Ganztagsschul-Erfahrungen als Konrektorin der Anne-Frank-GHWRS als Ganztagsschule. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern individuell und ganzheitlich zu fördern und sie in ihrer Persönlichkeit sowie ihrem sozialen Miteinander zu stärken. Schwerpunkte der Bildungsarbeit der Ganztagsgrundschule sind die Rhythmisierung des Tagesablaufs, die individuellen Lernzeiten für Übung und Vertiefung, das selbstorganisierte Lernen, das gemeinsame Erleben in Projekten sowie das Stärken von Kooperationsfähigkeit. Auch die gemeinsame Arbeit von Lehrperson und ErzieherIn sieht sie als deutlichen Vorteil, des von Ihr vorgestellten Modells.

Sie stellte auch die verschiedenen Wahlformen dar und dass gerade bei kleineren Ganztagsschulen meist nicht die verbindliche Form der Ganztagsschule gewählt wird. Die Qualität der Ganztagsbetreuung in Karlsruhe wird durch zusätzliche Erzieherstellen erhöht, die von der Stadt finanziert werden. Rand- und Ferienzeiten werden zudem durch eine Hortbetreuung abgedeckt. Für die Eltern bedeutete dies, dass sie selbst deutlich weniger für die Ganztagsbetreuung der Kinder bezahlen müssen. Klar wurde aber auch, dass die Bedingungen der Ganztagsschule mit der Größe und Einzugsgebiet auf Walzbachtal nicht ganz übertragbar sind.

In der anschließenden Diskussion wurde von den meisten Teilnehmern zunächst das Walzbachtaler Erfolgsmodell Hortbetreuung gelobt und als dringend erhaltenswert eingestuft. Beide Referentinnen haben ebenfalls unterstrichen, dass unter dem Gesichtspunkt des aktuellen Fachkräftebedarfs die ErzieherInnen zu halten sind.

Problematisch sieht aktuell die Raumsituation aus. Einzelne Eltern aber befürchteten auch, dass in Zukunft nicht mehr alle Kinder einen Platz im Hort bekommen können. Dennoch wurde von meisten anwesenden Eltern der Wunsch geäußert, die bestehende Hortbetreuung weiter auszubauen, als über eine Ganztagsschule nachzudenken.

Herzlich Willkommen im Walzbachtaler Apfelland

So könnte schon bald der Slogan der Gemeinde Walzbachtal lauten. Der Ortsverband der Grünen in Walzbachtal lud am 17. Oktober 2018 zu einer Mitgliederversammlung zum Thema „Tourismus in Walzbachtal“ ein. Hierzu konnten mit Frau Christina Lennhof, der Geschäftsführerin des Tourismusverbands Kraichgau Stromberg, Frau Andrea Schwarz, der Landtagsabgeordneten der Grünen im Wahlkreis Bretten und Herrn Karl-Heinz Burgey, dem Bürgermeister der Gemeinde Walzbachtal, drei Gastredner gewonnen werden.

Der grüne Ortsverband spielte schon länger mit dem Gedanken, das Thema „Tourismus in Walzbachtal“ anzugehen. Hierbei spielen vor allem die Punkte „sanfter Tourismus“ und das „Werben mit einer intakten Natur“ eine große Rolle. Dies bietet sich in Walzbachtal bestens an. Am Rande des Kraichgaus liegend hat Walzbachtal für jeden Geschmack etwas zu bieten. Der Kraichgau, auch das Land der tausend Hügel genannt, ist der ideale Ort zum Leben und Durchatmen. Zahlreiche Wander- und Radwege führen durch die reizvolle Landschaft, die geprägt ist von Wäldern, Streuobstwiesen und Feldhecken.

Wenn man auf die Homepage der Gemeinde Walzbachtal geht findet man unter anderem folgende Textpassage: Die Gemeinde Walzbachtal ist seit dem 01. März 2006 Mitglied im Kraichgau-Stromberg Tourismusverband. Die Mitgliedschaft trägt dazu bei, die Attraktivität der Gemeinde für Tagesgäste, Neubürger und auch alteingesessene Einwohner zu steigern. Dies war letztendlich auch der Auslöser für den grünen Ortsverband. Wie kann die touristische Attraktivität der Gemeinde gesteigert werden?

Andrea Schwarz wies in ihrer Rede auf die von Guido Wolf getroffene Aussage über den Tourismus als Leitökonomie des 21. Jahrhunderts hin. Während ihrer Sommertour konnte Andrea Schwarz viele tolle Flecken im Wahlkreis kennenlernen und betonte die Bedeutung dieser Ausflugsziele in Kombination mit regionalen Produkten. Hierdurch lassen sich Synergieeffekte erzielen, wovon die Region profitieren kann.

Christina Lennhof ging in ihrem Vortrag zunächst auf die Bedeutung des Tourismus für die Region ein. Der Tourismus stellt einen existenziellen Wirtschaftsfaktor dar, der Arbeitsplätze sichert, die Infrastruktur verbessert und letztendlich zur Lebensqualität der Bürger beiträgt. Neben dem Steueraufkommen profitieren unter anderem Einzelhandel, Gastronomie, ÖPNV und Weingüter vom Tourismus. Der Tourismusverband Kraichgau Stromberg ist eine Destinationsmanagement-Organisation (DMO) und somit eine öffentlich-rechtliche Organisationseinheit. Die derzeit 34 Mitgliedskommunen finanzieren den Tourismusverband und legen durch ihre Mitgliedschaft ein klares Bekenntnis zur Region ab.

Aktuelle Projekte des Tourismusverbands sind die Wanderwegekonzeption, das Radwegenetz und die Erarbeitung eines neuen gemeinsamen Profildachs für die Region mit dem Arbeitstitel „mit allen Sinnen“. Die Sichtbarmachung ist für das Jahr 2019 geplant und beinhaltet u.a. ein neues Logo, Brandings, Landmarken, Events und Printmedien.

In Zusammenhang mit der neuen Profilierung fand ein gemeinsamer Workshop mit der Gemeinde Walzbachtal statt. Bestandteil waren die Fragestellungen „Wo wollen wir 2021 nicht mehr stehen? Wo wollen wir 2021 stehen? Warum wollen wir Reiseziel für Gäste sein?“ Hierbei ist erwünscht, dass Walzbachtal kein aussterbender Ort bezüglich Handel, Gastronomie und Brauchtum wird, keine überdurchschnittliche Fluktuation sowie keine wachsende Anonymität vorherrscht. Vielmehr sollen typische Events für den Ort gestaltet, Kleinode herausgearbeitet und zugänglich gemacht sowie die Natur erlebbar gemacht werden. Als Tor zum Kraichgau sollen zudem Aussichtspunkte definiert werden. Gäste sollen möglichst viele Facetten von Walzbachtal kennenlernen und die Attraktivität für Bürger und Gäste gesteigert werden.

Resultierend aus diesen Punkten wurde im Workshop der Begriff „Walzbachtaler Apfelland“ erarbeitet. Die Vorzeichen hierfür sind günstig: Obst- und Gartenbauvereine betreuen zahlreiche Streuobstbestände rund um die Gemeinde, Schnittkurse werden angeboten und ein „Apfelblütenfest“ findet bereits jährlich statt. Wenn sich dann noch weitere Aktionen, wie zum Beispiel historische Obstführungen, Erntefeste oder die Entwicklung von Apfel-Touren/Wanderungen oder auch schon stattgefundene Ausstellungen dazugesellen, kann das Gemeingefühl gesteigert und somit viele Partner und Vereine eingebunden werden.

Nach Frau Lennhofs Ausführungen ergriff Bürgermeister Karl-Heinz Burgey das Wort und lobte zunächst Frau Lennhofs Ideen, die bei der Ausarbeitung eines Gemeindeprofils äußerst wichtig sind. Ein Hauptproblem von Seiten der Gemeinde ist das fehlende Personal für diesen Bereich. Er hofft stattdessen auf einen Kreis von Aktiven, die gemeinsam mit der Gemeinde, das Thema weiter bearbeiten und voranbringen.

In der abschließenden Diskussion wurden weitere Ideen und Anregungen zur Stärkung des Tourismus-Profils der Gemeinde gesammelt und erörtert.

Es bleibt zu hoffen, dass ein Kreis von Aktiven aus verschiedenen Vereinen und Gruppen sich findet, die sich dem Ausarbeiten des Profils der Gemeinde annehmen. Festzuhalten ist, Walzbachtal hat touristisches Potenzial.

Besichtigung des Opterra-Zementwerks

Obwohl insbesondere im Themengebiet Schadstoffbelastung durch das Zementwerk nach Meinung des OV Grüne Walzbachtal Handlungsbedarf besteht, findet gerade deshalb ein intensiver Austausch statt. Nur durch ständigen Austausch mit den Verantwortlichen kann unsere Kritik sachorientiert und realitätsbezogen sein.

Bei der Besichtigung der Zementwerks wurde den Teilnehmern durch Herrn Heimburg , dem Leiter des Fachbereichs Umwelt bei Opterra, zunächst in einem Vortrag das Zementwerk Opterra Wössingen vorgestellt. Anschließend ging Herr Heimburg auf die Zementproduktion ein, ehe er die Umweltaspekte der Zementherstellung sowie den Artenschutz im Steinbruch erläuterte.

In der anschließenden Führung durch das Werk ging Herr Heimburg auf die Sicherheitsaspekte im Zementwerk, die Besonderheiten und Messelemente im Werk ein. Bei der abschließenden Turmbegehung konnten sich die Teilnehmer ein Bild über das Muschelkalkabbaugebiet machen und ihren Blick über den Kraichgau verschaffen.

Der Ortsverband der Grünen in Walzbachtal bedankt sich an dieser Stelle nochmals bei Herrn Heimburg für die 2,5 stündige Führung, die insbesondere Umweltaspekte in den Fokus nahm. Es bleibt zu hoffen, dass die von uns thematisierte Schadstoffbelastung durch das Zementwerk weiterhin verbessert wird.

Exkursion in den Nationalpark Schwarzwald

Die diesjährige Exkursion führte den OV Walzbachtal gemeinsam mit dem OV Bretten in den südlichen Teil, des seit 2014 bestehenden Nationalpark Schwarzwald.

Ausgangspunkt war das Nationalparkzentrum am Ruhestein. Dort besichtigten wir zunächst die Ausstellung im Zentrum und verschafften uns einen Überblick über den Bau des neuen Nationalparkzentrums, ehe wir uns mit dem Ranger trafen. Zunächst führte uns der Weg durch einen klassischen Wirtschaftswald hinauf auf eine im Schwarzwald typische Grindenfläche. Als Grinde (ursprünglich kahler Kopf) auch Bergheiden genannt, werden die einstmals von Menschen verursachten fast baumfreien Feuchtheiden bezeichnet.

Entstanden sind die Grindenflächen aufgrund der stetig wachsenden Bevölkerungszahlen im Mittelalter, die einen großen Bedarf an Holz und Weideflächen verlangte. Nach Einstellen der Beweidung in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts bestand die Gefahr, dass die offenen Flächen wieder zu Waldflächen werden.

Durch Pflegemaßnahmen und gezielte Beweidung versucht der Mensch die landschaftsprägenden und ökologischen Flächen der Grinden zu erhalten. Die Grinden, die teilweise von größeren Torfkörpern bedeckt sind (Hochmoore), besitzen eine Gesamtfläche von rund 300 Hektar und umfassen dabei nur etwa 3 % der Kulisse des Nationalparks Schwarzwald. Sie liegen in der Managementzone, sie sollen erhalten, dauerhaft gepflegt und miteinander vernetzt werden.

Kurze Zeit später standen wir auf einer Karwand und konnten den Wilden See von oben betrachten. Schon 1911 wurde um den Wilden See ein Banngebiet gelegt. Damit ist dieses Gebiet das älteste Schutzgebiet des Landes Baden-Württemberg und für den Nationalpark Schwarzwald ein ganz besonderer Ort. Seit über 100 Jahren kann sich hier Natur ohne Holznutzung ungestört entwickeln. Hier kann man sich von der einmaligen Atmosphäre entstehender „Wildnis“ verzaubern lassen.

Nun stand der Abstieg zum Wilden See an. Wer zum See hinabsteigen will, muss trittsicher sein. „Schwieriger Abgang“ stand auf dem Schild, das den Abstieg zum Wilden See markiert. Der Ranger stimmte uns auf den Weg ein. Jeder sollte ihn langsam und mit Abstand zum Vordermann gehen. Achtsames Gehen, die Natur mit allen Sinnen erfassen, sich auf den Pulsschlag des Waldes einlassen. Der Ranger möchte seine Gruppe für den Wald sensibilisieren. Denn wer mit allen Sinnen begreift, wird ergriffen von der wilden Natur. Keine Gespräche bis das Ufer des Sees erreicht war.

Üppig wucherte neues Leben: Junge Tannenbäume, grüne Farne und Moose, Flechten und Pilze. Eine Welt aus wunderlichen Farben und Formen. Das langsame Gehen und bewusste Wahrnehmen öffnete die Sinne für die Schönheit des Urwalds. Gewaltig ragte die Großvater-Tanne wie ein stummer Wächter in den Himmel. Ihr Alter wird auf 280 Jahre geschätzt. Wie mag der Wald wohl damals ausgesehen haben, als der Baum heranwuchs? Wie vielen Unwettern und Stürmen hat er getrotzt. Was könnte er alles erzählen? Das Bannwaldgebiet ist Heimat zahlreicher selten gewordener Tiere und Pflanzen. Hier ist der Dreizehenspecht anzutreffen ebenso wie die Urwald-Käuze Raufußkauz und Sperlingskauz.

Der Wildsee war vollkommen still, auf seiner Oberfläche spiegelten sich die Tannen wider. Es ist ein Spiegelbild der wilden, rauen Schönheit dieses Orts. Die Ruhe des Sees übertrug sich auf die Anwesenden. Ein Windstoß strich über den See, kräuselte das Wasser, ließ die Tannen verschwimmen. Kurz darauf war der See wieder still, als wäre er seit 1000 Jahren unberührt.

Unsere Wanderung führte uns weiter durch den Bannwald zur Darmstädter Hütte, wo unsere wir beim wohlverdienten Essen unsere Tour ausklingen ließen.

An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an den ehrenamtlichen Ranger, welcher in der Führung auf zahlreiche Fragen einging und uns die Eigenschaften des Nationalparks näherbrachte.

Landschaftsprägender Streuobstbau

Am 14. März hielt Herr Flinspach von der Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe bei der Mitgliederversammlung der Grünen Walzbachtal einen Vortrag über den landschaftsprägenden Streuobstbau und stellte die Streuobstinitiative vor.

Die Wurzeln des Obstbaus in der Region reichen in die Römerzeit zurück. Die Hälfte der heutigen Streuobstmengen in Deutschland befindet sich in Baden-Württemberg. Die traditionelle Form des Obstbaus in unserer Kulturlandschaft wird jedoch durch Rodungsprämien und andere Faktoren dezimiert, obwohl der Streuobstbau zahlreiche Funktionen ausübt. Neben der Obstproduktion, der Gestaltung unseres Landschaftsbildes, der Erholungslandschaft, des Genreservoirs, dem Klima-, Boden- und Wasserschutzes dienen die Streuobstwiesen als Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und üben hierbei eine wichtige Funktion im Bereich Artenschutz aus.

Die starke Landschaftsprägung durch den Streuobstbau findet man vor allem im Kraichgau, in der Rheinebene, am Albtrauf und in zahlreichen Flusstälern. Aktuell hat der Streuobstbau mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Neben der Sensibilisierung der Bevölkerung für faire Obstpreise und der Sensibilisierung der jungen Bevölkerung werden immer mehr Streuobstwiesen vernachlässigt.

Die Streuobstinitiative setzt sich für den Erhalt der Streuobstwiesen ein. So werden beispielsweise kostenlose Schnittkurse angeboten, wo die Bevölkerung unter anderem die Wichtigkeit von alten Bäumen und die damit verbundene Funktion von Totholz kennenlernt.

Die Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe fördert seit 1996 in der Region den Erhalt artenreicher Streuobstwiesen nach dem Aufpreismodell. 290 Besitzer oder Pächter von Streuobstwiesen haben mit der Initiative einen Vertrag über die Anlieferung von Mostobst geschlossen. Auf einer Gesamtfläche von 175 Hektar betreiben diese Streuobstbau auf traditionelle Art. In ertragreichen Jahren produziert die Streuobstinitiative nahezu 400000 Liter Obstsaft. Gewinne aus dem Saftverkauf werden wieder in Naturschutz investiert. Als Beispiele seien hierbei die Förderung von Projekten wie die Steinkauzansiedlung in Dettenheim oder der Streuobsterlebnispfad in Sulzfeld genannt.

Die Mitglieder der Streuobstinitiative sind Privatpersonen, Vereine, Gemeinden und Behörden. Sie kontrollieren auf Streuobstgrundstücken die vereinbarte Bewirtschaftung, vermarkten Saft, halten Vorträge und führen Kurse über Baumschnitt durch.

In der anschließenden Fragerunde konnten die Zuhörer noch Fragen stellen und mit Herrn Flinspach in den Austausch gehen. Hierbei wurde deutlich, dass durch ein bewussteres Einkaufen ein vernünftiger Obstpreis erzielt werden kann. Produkte, die mit dem Biosiegel gekennzeichnet sind, garantieren dem Verbraucher, dass kein chemischer Pflanzenschutz, keine Stickstoffdüngung, keine Geschmacksverstärker, keine künstlichen Aromen und Farbstoffe zum Einsatz kommen.

Mehr Natur im Siedlungsgrün - Warum jeder Quadratmeter heimischer Wildpflanzen zählt

Am 18. Oktober besuchte Diplom-Biologe Martin Klatt den OV Grüne Walzbachtal. In seiner Rolle als NABU-Fachreferent im Bereich „Arten- und Biotopschutz“ hielt er einen Vortrag zum Thema „Mehr Natur im Siedlungsgrün – warum jeder Quadratmeter heimischer Wildpflanzen zählt“. Unter den 30 Besuchern befanden sich neben dem Bürgermeister der Gemeinde Walzbachtal, Herrn Burgey, und dem Bauhofleiter der Gemeinde Walzbachtal, Herrn Scholer, auch der Bauhofleiter aus Bretten.

Herr Klatt ging zu Beginn seines Vortrages auf die Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt in Rio de Janeiro aus dem Jahr 1992 ein. Bis zum Jahr 2010 sollte der Verlust an Tieren, Pflanzen und deren Lebensräume weltweit deutlich gebremst werden. Er stellte die provokative Frage, ob die Ziele von Rio endgültig verfehlt seien und ging gleichzeitig auf die aktuelle UN-Dekade „Leben – Natur – Vielfalt“ ein. In Baden-Württemberg wurden die größten Verluste an biologischer Vielfalt in landwirtschaftlichen Flächen verzeichnet. Landwirtschaftliche Flächen nehmen in Baden-Württemberg 45% der Gesamtfläche ein.

Weitere wichtige Flächen, die Herr Klatt in den Fokus seines Vortrages nahm, sind die Siedlungs- und Verkehrsflächen, welche in Baden-Württemberg 14% der Gesamtfläche einnehmen. Herr Klatt stellte die These auf, dass Siedlungsgrün Naturerwartungsland sei. In diesem Naturerwartungsland ist biologische Vielfalt von großer Bedeutung. Diese biologische Vielfalt lässt sich durch den Status der Vogelwelt messen. Im Siedlungsraum sind Freiflächen oft sehr klein, was zur Folge hat, dass man sich auf die Insektenwelt und hierbei insbesondere auf die Wildbienen fokussieren muss. Wildbienen sind mit über 580 Arten in Deutschland eine bedeutende Insektengruppe. Sie brauchen Pollen und Nektar und sind unverzichtbare Blütenbestäuber. Wildbienengemeinschaften sind ein ausgezeichneter Gradmesser für die Lebensraumqualität. Wildbienen können auch im Siedlungsraum recht kleine Grünanlagen als vollwertigen Lebensraum nutzen und sind leider zunehmend im Bestand bedroht und benötigen auch im Siedlungsraum blütenreiche Lebensräume.

Die zunehmende Armut an Blüten in der Landschaft ist eine der Hauptursachen für den Rückgang bzw. das Verschwinden vieler Wildbienenarten. Das gilt für die offene Landschaft wie auch für den Siedlungsraum. Die Entwicklung der Roten Liste der Wildbienen am Beispiel von Baden-Württemberg ist alarmierend. In Deutschland gelten über 50% der Wildbienenarten als gefährdet.

Nun stellt sich die Frage, wie man die Natur in die Siedlung holt. Hierzu gibt es eine klare Antwort: durch nachhaltige Blumenwiesen.

Herr Klatt erläuterte dies am Beispiel der „Mozart-Anlage“ der Stadt Rastatt, wo die Flächenpflege ab dem Jahr 2000 umgestellt wurde. Statt der bisherigen Rasenmahd wird die Grünanlage seitdem zweimal im Jahr gemäht und das Schnittgut abgeräumt. Für die Jahre 2002-2007 wurde der NABU-Kreisverband Rastatt damit beauftragt, die Entwicklung der Wildbienengemeinschaften in der Mozart-Anlage, zu untersuchen. Es konnten 72 Arten, davon 15 gefährdete Arten gezählt werden. Ohne Blumeneinsaat dauert der Anstieg des Artenreichtums lange.

Ein weiteres Beispiel für die Ansiedlung von Artenvielfalt in Siedlungen ist die Renaturierung des ehemaligen Klärwerkgeländes des Daimler-Werkes in Rastatt, welches die Auszeichnung als UN-Dekade Projekt im Jahr 2013 erhielt. Die Fläche ist von überregionaler Bedeutung, da sich 64 verschiedene Arten angesiedelt haben, wovon sich 22 Arten auf der Roten Liste Baden-Württembergs befinden.

Für öffentliche Grünflächen bietet es sich an, am Projekt „Natur nah dran“ zu bewerben. Das Projekt, für das sich auch die Gemeinde Walzbachtal beworben hat, dient der Förderung der biologischen Vielfalt im Siedlungsraum im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg. Von 2016-2020 werden jährlich 10 Gemeinden bei der Umgestaltung ihrer Grünanlagen mit bis zu 15000 Euro gefördert. Das Förderpaket für Kommunen beinhaltet einen Schulungstag mit theoretischer Einführung und Besuch von Beispielflächen, die Detailplanung für die Flächengestaltung(en), die Begleitung der konkreten Arbeit und der Flächenentwicklung, das Pflanzgut und Material zur Gestaltung der Flächen sowie Infoschilder vor Ort. Die wesentliche Aufgabe bei diesem Projekt ist es die Bevölkerung über das Projekt aufzuklären und vor allem Geduld bei der Flächenentwicklung zu haben, da es sicherlich keine schnellen Veränderungen wie bei einjährigen Saatmischungen geben wird.

Herr Klatt beendete seinen Vortrag mit dem Fazit, dass eine große Vielfalt und heimischen Pflanzenarten im Siedlungsgrün eine großer Vielfalt in der Tierwelt fördert. Selbst kleine Grünflächen mit heimischen Pflanzenarten können die biologische Vielfalt bei den Insekten, insbesondere bei Wildbienen spürbar steigern. Nicht nur „Allerweltsarten“ sondern auch Nahrungsspezialisten und in ihrem Bestand gefährdete Arten profitieren. Infolge des größeren Insektenreichtums besiedeln auch die Jäger diese Grünflächen - entweder nur zum Beutemachen oder dauerhaft: Säugetiere, Reptilien und Vögel etc. Naturnahes Siedlungsgrün bedeutet Förderung der biologischen Vielfalt in der UN-Dekade 2011-2020.

In der abschließenden Diskussionsrunde berichtete Herr Scholer über die konsequente Weiterentwicklung der Grünanlagen in Walzbachtal. Dies ist nicht immer sehr einfach, da beispielsweise auch schon Bürger in öffentliche Grünflächen eingegriffen haben, indem sie die Flächen frühzeitig gemäht haben.

Bürgermeister Burgey war es ein Anliegen, dass die Kinder und Jugend für dieses Thema sensibilisiert werden. Anhand von Beispielsflächen und Monitoring sei ein erster Schritt getan, weitere Schritte werden folgen.

Herr Klatt empfahl zum Abschluss der Veranstaltung Saatmischungen der Firma Rieger Hofmann (http://rieger-hofmann.webseiten.cc).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass jeder einzelne Bürger in wenigen Schritten aktiv zum Artenreichtum beitragen kann. Insbesondere bei der Gartengestaltung kann man mit mehrjährigen heimischen Blütenmischungen, eine Vielfalt von Frühling bis Herbst schaffen und gleichzeitig etwas für die Nachhaltigkeit tun.

Klima schützen - Vielfalt leben

Gestern Abend stellte Pascal Simon Haggenmüller in Jöhlingen den Zehn-Punkte-Plan für grünes Regieren vor. In der anschließenden Diskussionsrunde gingen die Gäste auf die verschiedenen Eckpfeiler des Vortrags ein und es entwickelte sich eine konstruktive Diskussion. Wir wünschen Pascal Simon Haggenmüller viel Erfolg für die Wahl am Sonntag und möglichst viele Erststimmen!

Vortrag zum Thema „Wildbienen-wichtige Helfer in Garten und Landschaft“

In Deutschland gibt es über 560 Wildbienenarten, in Baden-Württemberg rund Wildbienenarten, davon gelten derzeit etwa 52% als gefährdet. Grund genug sich mit einem Themenabend den Wildbienen zu widmen. Die Grünen Walzbachtal und der Obst- und Gartenbauverein Wössingen luden zu einem Vortrag auf dem OGV-Vereinsgrundstück „Dieterslöchle“ ein. Als Referenten konnte der Landesgeschäftsführer vom Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V. (LOGL), Rolf Heinzelmann, gewonnen werden. Die Veranstaltung war mit ca. 35 Gästen, unter denen sich auch die Landtagsabgeordnete Andrea Schwarz (Bündnis 90 / Die Grünen) befand, gut besucht.

Nach einer kurzen Begrüßung ging Rolf Heinzelmann auf die verschiedenen Bienenarten ein. Neben sozialen Bienen (Honigbienen, Hummeln) und den parasitischen Bienen (Kuckkuckshummeln) gibt es die sogenannten Solitärbienen, zu denen unter anderem die gehörnte Mauerbiene zählt. Im Vortrag wurde insbesondere auf die gehörnte Mauerbiene eingegangen. Solitärbienen leben alleine, es gibt keine hilfreichen Arbeiterinnen, sondern nur Männchen und Weibchen, von denen nur die Weibchen Nestbau und Brutpflege betreiben. In der Erde oder Ritzen in Holz oder Lehmgefach werden die mit Pollen verproviantierten Eier in einzelnen Kammern deponiert.

Rolf Heinzelmann betonte in seinem Vortrag, dass jeder einzelne Bürger etwas für den Erhalt und die Artenvielfalt der Wildbienen tun kann. Hierbei nimmt die Gartengestaltung eine bedeutende Rolle ein. Je artenreicher beispielsweise die Gartenwiese ist, desto mehr Tiere findet man vor. Da Mauerbienen vor der Hauptobstblüte schlüpfen, empfehlen sich frühblühende (Wild)obstgehölze, frühblühende Wildkräuter, Stauden und Frühblüher wie zum Beispiel Tulpen, Narzissen und Primeln.

Neben den geeigneten Blütenpflanzen ist der richtige Nistplatz von großer Bedeutung. Hierfür eignen sich Pappröhrchen sowie zusammengespannte Bienenbrettchen mit einer entsprechenden Fräsung der Brutgänge. Letztere haben den Vorteil, dass sie im Herbst/Winter geöffnet werden können, um gute Kokons zu entnehmen, Parasiten zu entfernen und die Brettchen zur Wiederverwendung zu reinigen. Nisthilfen können im Freien überwintern, es sollte jedoch auf einen trockenen Standort mit Südostausrichtung geachtet werden.

Zum Abschluss seines Vortrages appellierte Herr Heinzelmann für die Verwendung von mehrjährigen Blütenmischungen, die im Vergleich zu den einjährigen Mischungen nicht nur ein kleines Zeitfenster im Sommer abdecken, sondern eine durchgehende Blütenvielfalt von Frühling bis Herbst schaffen.

Im Anschluss an Herrn Heinzelmanns Vortrag erläuterte der Bauhofleiter der Gemeinde Walzbachtal, Herr Scholer, die Wildbienenbestandserhebung der Gemeinde Walzbachtal. Bisher wurden auf zwei Probeflächen 46 Wildbienenarten entdeckt. Hervorzuheben sind unter diesen Arten die Weißfleckige Wollbiene die Metallische Keulhornbiene und die Schöterich‐Mauerbiene, die in der Roten Liste Baden‐Württembergs als gefährdet bzw. stark gefährdet geführt sind. Die Gemeinde plant, auf der Grundlage dieser Bestandserfassung, bereits weitere Maßnahmen zum Erhalt der Wildbienen in unserer Region.

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde von Herrn Heinzelmann ein Fotowettbewerb in der Gemeinde zum Thema Wildblumen angeregt. So wäre es möglich, die Bevölkerung in diesem Themengebiet zu sensibilisieren. Der genaue Titel des Wettbewerbs müsste noch festgelegt werden - wie wäre es mit „Sag mir wo die Blumen sind“.

Gemeinsame Radtour mit dem OV Bretten

Am Samstagnachmittag trafen sich zehn Mitglieder der Grünen aus Bretten und Walzbachtal sowie der Kandidat des Wahlkreises Bretten zur Bundestagswahl, Pascal Haggenmüller, mit ihren Rädern in Wössingen. Die gemeinsame Tour verlief von Wössingen nach Bretten mit dem Ziel, den Ausbau, die Beschaffenheit und Sicherheit des ausgeschilderten Radweges zu testen.

Schon auf den ersten Metern zeigte sich, dass der Weg zwar weitgehend gut betoniert ist, jedoch sehr indirekt verläuft und vor allem mit zahlreichen Steigungen versehen ist. Die Gruppe stoppte an mehreren Haltepunkten, um sich an Ort und Stelle zu informieren. Erich Fey, Mitglied des Verkehrsclubs Deutschlands (VCD), berichtete über mögliche alternative Streckenführungen, die dichter an der B 293 verlaufen könnten und somit kürzer und mit weniger Steigungen versehen wären: „Vor allem die Überquerung nach Dürrenbüchig ist problematisch. Hier muss der Radfahrer ein Stück über die unübersichtliche Abfahrt der Bundesstraße fahren, was zu gefährlichen Situationen führen kann“ so Fey.

Der Abschnitt zwischen Dürrenbüchig und Rinklingen verläuft dichter an den Bahnschienen ist deshalb direkter, allerdings sind auch hier viele Höhenmeter zu bewältigen. Nach etwa neun Kilometern ist man dann in Bretten. Thomas Holland-Cunz von den Brettener Grünen: „Als Pendler-Radweg zur täglichen Nutzung ist diese Strecke ungeeignet: Wer nicht verschwitzt an den Arbeitsplatz kommen möchte, braucht ein E-Bike.“

Fazit: Bei der Diskussion zur angespannten Verkehrssituation in Bretten und Umgebung sollte man auch Alternativen zum Auto, wie das Fahrrad und den ÖPNV, mit einfließen lassen. Jeder Pendler, der vom Auto aufs Rad oder die S-Bahn umsteigt, entlastet auch den innerstädtischen Verkehr. „Ein vernünftiges Radwegenetz würde viele Bürger zum Umstieg animieren. Dazu müssen allerdings einige Radwege in Bretten und Umgebung verbessert werden.“ sagte Thomas Holland-Cunz. „Und der Abschnitt von Wössingen nach Bretten gehört auf jeden Fall dazu, das hat unsere Tour heute gezeigt.“ ergänzte Oliver Unmüßig von den Walzbachtaler Grünen. Pascal Haggenmüller fasst zusammen: „Wir Grüne wollen, dass der Bund mehr Mittel für den Radverkehr zu Verfügung stellt - für Städte und ländliche Regionen. Wir setzen auf den Ausbau des ÖPNVs, damit dieser attraktiver und benutzerfreundlicher wird.“

Ausflug nach Bad Wildbad

Unser diesjähriger Ausflug in den Schwarzwald führte uns am 2. Juli mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Bad Wildbad. In Bad Wildbad angekommen, fuhren wir mit der Standseilbahn auf den Sommerberg. Dort steuerten wir auf direktem Wege den Baumwipfelpfad an. Der Baumwipfelpfad bot mit einer Gesamtlänge von 1250 Metern einen imposanten Ausblick auf die Buchen, Tannen und Fichten des Bergmischwaldes. Höhepunkt war der 40 Meter hohe Aussichtsturm, der bei guter Sicht sogar einen Blick auf die Alpen bietet. Im Anschluss führte unsere Tour zur Grünhütte, wo wir die legendären Heidelbeer-Pfannkuchen verspeisten, ehe wir gestärkt den Rückweg antraten. 

Neujahresempfang des Kreisverbandes Karlsruhe-Land in Jöhlingen

Auf einem guten Weg sehen sich die Grünen des Landkreises. Das machten Vorstandssprecher Armin Gabler und der Ortsverbandsvorsitzende Michael Futterer beim Neujahrsempfang im Jöhlinger Lamm deutlich. Er wurde von Andrea Trautwein und Ann-Kathrin Kurz musikalisch umrahmt. Gabler wies auf die großen Herausforderungen hin, die die ersten Tage des neuen Jahres gebracht hätten. Für die als Gastrednerin vorgesehene aber erkrankte Landtagsabgeordnete Andrea Schwarz sprang Pascal Haggenmüller ein. Erst am Donnerstag zuvor von den Mitgliedern des Kreisverbandes zum Bundestagskandidaten gekürt, setzte er sich für Volksentscheide auf Bundesebene ein. Damit könne man die Menschen aktiv in die inhaltliche politische Arbeit einbeziehen. Der Erhalt der Infrastruktur im Land müsse Priorität haben vor deren weiterem Ausbau. Die Infrastruktur gehe „schneller kaputt als wir sie reparieren“. Gefördert müsse werden, wer sich ökologisch fortbewege. Es müsse Schluss sein mit der „Politik des Bändchen Durchschneidens“. Wenn überhaupt könne er das nur bei neuen Bahntrassen akzeptieren. Bettina Lisbach, Landtagsabgeordnete und Gastrednerin, spann das Thema weiter. Sie wies darauf hin, dass der Wiedereinstieg in die Schienenfahrzeugförderung gelungen sei. Das sei nur ein Element eines umfangreichen Pakets, das von der neuen grün-schwarzen Landesregierung geschnürt worden sei. Dazu zählte sie die Förderung des sozialen Mietwohnungsbaus und die Krankenhausförderung. Als Erfolg wertete sie, dass die Förderbeträge für die frühkindliche Förderung aus der alten grün-roten in die grün-schwarze Landesregierung hinübergerettet werden konnte. Ganz besonders am Herzen lag der Vorsitzenden der Grünen und Alternativen in den baden-württembergischen Gemeinderäten eine angemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen. Das sei im Hinblick auf die großen Aufgaben bei der Integration und Unterbringung der vielen Flüchtlinge wichtig. Dafür habe Grün-Schwarz einen Pakt für Integration mit 160 Millionen Euro ausgestattet. Es gelte, „all das, was wir auf den Weg gebracht haben, mit Leben zu erfüllen,“ meinte Lisbach. Man solle mutig nach vorne blicken und weiter arbeiten an dem grünen Zielen für einen starken gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit einem kämpferischen „Packen wir es an!“ forderte sie die rund 50 Mitglieder und Gäste auf, diesen Weg mitzugehen, bei dem es oftmals für komplexe Probleme nicht die einfachen Lösungen gebe, wie sie von Populisten gefordert werden. Quelle: NADR

Grüne in der Jöhlinger Heimatstube

Am 17. November besuchte der Ortsverband der Grünen Walzbachtal die Jöhlinger Heimatstube. Nach einer Begrüßung durch Wolfgang Eberle erhielten wir eine Führung durch die aktuelle Ausstellung „Heimatvertriebene in Walzbachtal“. Es wurde hierbei auf die Situation nach Kriegsende in Walzbachtal, die Situation in der Heimat der Vertriebenen bei Kriegsende, die Aussiedlung, das Walzbachtaler Hochwasser im Jahre 1947, den Wohn- und Siedlungsbau sowie die Kirchengemeinden eingegangen. Interessant ist die Tatsache, dass durch die Einbürgerung der Flüchtlinge im Jahr 1950 in Jöhlingen von 3223 Einwohnern 417 Vertriebene (12,9%) und in Wössingen von 2949 Einwohnern 692 Vertriebene waren. Bei der anschließenden Hausführung erläuterte Herr Eberle die Ausstellung im Obergeschoss, welche sich dem Durchgangslager Artilleriekaserne in der Karlsruher Moltkestraße widmet und ging außerdem auf die Geschichte und die zukünftigen Ausstellungen und Umbaumaßnahmen in der Jöhlinger Heimatstube ein. Der Ortsverband der Grünen Walzbachtal dankt Herrn Eberle für die interessante Führung, welche uns neue Erkenntnisse über die Walzbachtaler Geschichte geliefert hat. 

Wirtschaftsförderung in Walzbachtal – gestern, heute und morgen

Schon seit längerer Zeit war es dem Ortsverband der Grünen Walzbachtal ein Anliegen das Thema „Wirtschaftsförderung in Walzbachtal“ zu behandeln. Mit Bürgermeister Burgey konnte der geeignete Experte für dieses Thema gewonnen werden, denn denn die Wirtschaftsförderung ist auch nach Einstellung eines Wirtschaftsförderers im Walzbachtal Chefsache. Nach einer kurzen Begrüßung ging Herr Burgey auf die Ziele und Aufgaben der Wirtschaftsförderung der Gemeinde ein. Er erläuterte hierbei die acht Felder der kommunalen Wirtschaftsförderung, wie zum Beispiel die Sicherung bestehender und Schaffung neuer Standorte, die Verbesserung der Standortfaktoren oder auch die Akquisition von Firmen. Hervorzuheben ist, dass die Gemeinde insbesondere mit dem Grunderwerb und der Entwicklung von Baurecht die Wirtschaftsförderung zielführend fördern kann. Anschließend blickte Herr Burgey auf ausgewählte Beispiele der Wirtschaftsförderung in der Vergangenheit zurück. Regelmäßige Veranstaltungen, wie zum Beispiel der Weihnachtsmarkt, die Kirchweih oder auch die Ausbildungsmesse, in Verbindung mit regelmäßigen Betriebsbesuchen und der Gewerbeansiedlung im Grund, auf der Hoffmanns Seite oder auch das Bitschengässle, dienten der Stärkung der innerörtlichen Wirtschaft. In dem Zusammenhang wurde auch auf die Zukunftsoffensive Walzbachtal eingegangen. Hierbei wurden in Abstimmung mit dem Gewerbeverein und in verschiedenen Workshops die Vor- und Nachteile des Standorts Walzbachtals erarbeitet. Anklang fanden auch die Sprechstunden zur Betriebsgründung, in denen die Gemeinde beratend und begleitend zur Seite stand. Daraufhin ging Herr Burgey auf aktuelle Projekte der Wirtschaftsförderung ein. Das Gewerbegebiet Hafnersgrund, mit einer Größe von 6,8 ha, soll im kommenden Jahr erschlossen werden. Das Gebiet soll hauptsächlich innerörtlichen Betrieben Möglichkeiten zur Erweiterung bieten. Ein weiterer wichtiger Punkt stellt die Sicherstellung der Lebensmittelversorgung dar. Die Ansiedlung des Rewe-Supermarkts, welcher 2017 gebaut wird, ist hierfür von großer Bedeutung. Die Ansiedlung von kleineren Betrieben erweist sich als sehr schwierig. Die Gemeinde ist jedoch gewillt Unternehmensstandorte zu entwickeln. Jüngstes Beispiel ist das geplante Haus der Gesundheit, welches Hausärzte, Wohngruppen und ambulanten Versorgungsgruppen unter einem Dach vereinen möchte. Ebenso zählt auch der Aufbau der Breitbandverbindung zu einem immer wichtiger werdenden Standortfaktor. Auch in der Zukunft muss die Gemeinde zahlreiche Aufgaben erfüllen, um den Ort für Wirtschaftsunternehmen attraktiv zu halten. Neben der Gewerbegebietsschaffung und der Vermarktung von Flächen ist es von großer Bedeutung die ansässigen Unternehmen und die potentiellen Investoren einen guten innerörtlichen Service zu bieten. Das Thema Gewerbevereine bereitet der Gemeinde Walzbachtal Kopfzerbrechen. Nach der Auflösung der IGGW existiert zwar noch der Gewerbeverein Walzbachtal, jedoch gibt es beim Gewerbeverein keinen Ansprechpartner. Hier hat Walzbachtal sicherlich Potential, welches gepaart mit Standortmarketing, Verbesserung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Thementagen sowohl für die innerörtlichen Betriebe als auch für die Gemeinde positiven Nutzen hätte. Die Gewerbesteuer stellt ebenfalls einen wichtigen Standortfaktor dar. In den letzten zehn Jahren haben sich die Gewerbesteuereinnahmen von 1,082 Millionen Euro im Jahr 2006 auf 1,933 Millionen Euro im Jahr 2015 gesteigert. Der Großteil der Mehreinnahmen wurde für Investitionen in die Infrastruktur, wozu der Bürgermeister u. a. auch Betreuungseinrichtungen und Schulen sowie das neue Rathaus zählt, genutzt. Der mögliche Abbau von Schulden trat auch dadurch in den Hintergrund. In der anschließenden Diskussion interessierten sich die Zuhörer zunächst für die in Zukunftsoffensive Walzbachtal erarbeiteten Vor- und Nachteile Walzbachtals. So besitzt Walzbachtal zwei Ortschaften mit Potenzial, aber viele Betriebe sind nicht wahrnehmbar. Die Angebote des täglichen Bedarfs sind vorhanden, aber nicht auf einmal zu Fuß zu erreichen. Die Ortsmitte ist gut zu erreichen, aber die Gestaltung des Ortsbildes könnte besser sein. Der guten Infrastruktur steht die geringe Anzahl an verfügbaren Flächen gegenüber. Nachdem über die Verkehrsanbindung Walzbachtals diskutiert wurde, ging der Fokus auf den betrieblichen Bedarf an Fachkräften und Auszubildenden. In diesem Zusammenhang kam die Ausbildungsmesse zur Sprache, welche seit dem Wegfall der Werkrealschule bei den Betrieben nicht mehr gefragt ist. Herr Burgey bedauerte es in diesem Zusammenhang, dass keiner der örtlichen Betriebe Stellung zur Schulschließung bezogen habe und sieht außerdem bei Aus- und Weiterbildung nicht vorrangig die Gemeinde sondern vor allem die Agentur für Arbeit in der Pflicht. Nach dem Blick über den Tellerrand zu den Gewerbevereinen in den Nachbarorten wurde noch über die Kaufkraftbindung im Ort, welche bei 35 Prozent liegt debattiert. Als Fazit des Abends lässt sich sagen, dass die Gemeinde großes Interesse daran hat, dass sich wirtschaftliche Betriebe im Ort ansiedeln. Durch den Wegfall der Gewerbevereine verpassen die örtlichen Betriebe die Gelegenheit, ihren Betrieb besser zu vermarkten und auch der örtlichen Bevölkerung stärker ins Bewusstsein zu rufen. Es bleibt zu hoffen, dass die Idee des Gewerbevereins in Walzbachtal mit neuem Leben gefüllt wird. Der Ortsverband der Grünen Walzbachtal dankt Herrn Bürgermeister Burgey für den interessanten Vortrag zum Thema Wirtschaftsförderung in Walzbachtal, welcher durch die anschließende Diskussion zu neuen Erkenntnissen über die innerörtliche Wirtschaftssituation geführt hat.

Grüne Tour de Walzbachtal 2016

Mitte August führte der Ortsverband der Grünen in Walzbachtal die mittlerweile 3. Grüne Tour de Walzbachtal durch. Hierbei werden mit dem Fahrrad Haltepunkt in Walzbachtal angefahren, die von kommunalpolitischer Bedeutung sind.


Da der Zielpunkt der vorherigen Etappe immer der Startpunkt der folgenden Etappe ist, begann die Radtour an der Haltestelle Jöhlingen West. Erster Haltepunkt war die geplante Flüchtlingsunterkunft in Jöhlingen am Gageneck. Es handelt sich hierbei um eine Anschlussunterbringung, die von der Kommune gebaut wird. Die einfache Holzbauweise wird von einer Wössinger Firma übernommen. Die geplante Fertigstellung der Unterkunft ist für das Frühjahr 2017 datiert.


Anschließend fuhren die Teilnehmer zum katholischen Kindergarten St. Elisabeth. Beide in die Jahre gekommenen Gebäude werden saniert. Die Krippe wurde bereits in den Martinussaal ausgelagert. Vor Ort wurde über die Finanzierung und die Konsensfindung im Gemeinderat diskutiert und nochmals der aktuelle Sachverhalt erläutert.


Nächster Haltepunkt war das Projekt „Haus der Gesundheit“, welches an der Jöhlinger Straße realisiert werden soll. Hier sollen unter anderem Hausärzte / Zahnarzt, medizinisch-pflegerische Dienste, Wohngruppen (Pflege) und barrierefreie Wohnungen unter einem Dach vereint werden. Für Gesprächsstoff sorgte in letzter Zeit die Frage nach den Parkplätzen im Zentrum Jöhlingens, was zur Folge hat, dass die Gemeinde ein Parkplatzkonzept erstellen muss.


Auf dem Weg nach Wössingen wurde am Jöhlinger Rohrloch ein kurzer Zwischenstopp eingelegt. Die geplante Flüchtlingsunterkunft soll nun im nächsten Jahr erbaut werden.


Große Baufortschritte konnten die Teilnehmer der Radtour am Wössinger Rathaus begutachten. Die Übergabe soll im kommenden Frühjahr erfolgen. Aktuell wird die Fassade mit der Wärmedämmung eingebaut. Im Gemeinderat finden häufig noch Diskussionen über Details statt.


Als nächster Haltepunkt wurde der Bolzplatz in Wössingen angefahren. Hier soll ein Minispielfeld mit Fußballtoren und Basketballkörben entstehen. Es wurde hierbei hervorgehoben, dass die Kinder und Jugendlichen der beiden Walzbachtaler Schulen in den Planungsprozess mit einbezogen wurden.
Letzter Haltepunkt war der Standort des geplanten Rewe-Supermarktes. Der Eröffnungstermin ist für das Jahr 2017 geplant. Der gegenüberliegende Edeka-Supermarkt ist bereits geschlossen, wodurch die Wössinger Bürger momentan keinen Supermarkt im Ort haben. Leider konnte sich Edeka nicht durchringen den leerstehenden Markt Rewe für eine Übergangslösung zur Verfügung zu stellen. Um dies abzufedern bietet Rewe einen Bustransfer zum Rewe in Weingarten sowie einen Lieferservice an. Vor Ort gingen die Teilnehmer der Radtour auf die Entscheidungsfindung im Gemeinderat ein und rätselten, was wohl mit dem jetzt leerstehenden Marktgebäude nun geschehen wird.


Die Tour endete mit der Einkehr im Gutshof, wo bereits Pläne für die nächstjährige Tour geschmiedet wurden. So ist nun in Planung, dass man mit benachbarten Ortverbänden eine größere Tour auch über die Walzbachtaler Grenzen hinweg durchführt.


Aufruf

Die jährliche Tour de Walzbachtal soll uns auch immer vor Augen führen, ob Walzbachtal fahrradfreundlich ist. Der ADFC macht derzeit gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bis 30. November eine Abfrage zur Fahrradfreundlichkeit der Kommunen. Bitte beteiligt euch zahlreich unter www.fahrradklima-test.de , damit in diesem Jahr auch Walzbachtal in die Bewertung aufgenommen wird.

Besichtigung des Bio Hofs Schmitt

Anfang Juli besichtigte der Ortsverband der Grünen Walzbachtal den Bio Hof Schmitt in Binsheim, welcher im Jahre 1963 erbaut wurde. Im Jahr 1985 stellte der Hof auf Bioerzeugung um, ehe 2002 die Produktionsräume erweitert wurden. 2012 gab der Bio-Hof Schmitt die Tierhaltung auf und fokussierte sich auf den Ackerbau. Die Anbaufläche von 100 Hektar Felder teilen sich in 20 Hektar Wiesen und 80 Hektar Ackerbau auf.

Nachdem die Teilnehmer von Herrn Schmitt begrüßt wurden, erläuterte dieser die Umstrukturierung des Hofes. Neben der fortschreitenden Technisierung und der Umfunktionierung des Bullenmaststalls in ein Getreidelager, spezialisiert sich der Bio-Hof Schmitt auf die Aktivkompost-Produktion.

Der hochwertige Aktivkompost setzt sich aus Stroh, Rindergülle, Gras und Pflanzenmehl zusammen. Der nährstoffreiche Aktivkompost aktiviert die biologische Umsetzung im Boden und fördert die gesunde Entwicklung der Pflanzen. Der Bio-Hof vermarktet den Aktivkompost zu einem Drittel direkt und zu zwei Dritteln über den Handel. 

Im weiteren Verlauf der Führung ging Herr Schmitt auf die Folgen des Klimawandels ein, welcher sich insbesondere in der Landwirtschaft bemerkbar macht. Andere Schädlinge, wie zum Beispiel die asiatische Hornisse, andere Pflanzen sowie die verstärkten Wetterextreme sind hierfür deutliche Indikatoren.

Anschließend wurden die politischen Fehlentwicklungen im Themengebiet Landwirtschaft diskutiert. Neben der Fehlentwicklung des Milchpreises prangerte Herr Schmitt die Wertschöpfungskette in der Lebensmittelerzeugung an. Letztendlich plädierte er für eine ausreichende Honorierung der Leistungen in der Landwirtschaft im Bezug auf die Erzeugung hochwertiger Nahrungsmittel und Pflege der Kulturlandschaft. 

Ein interessantes Thema war auch die landwirtschaftliche Maschinennutzung in Walzbachtal. Da landwirtschaftliche Fahrzeuge das finanzielle Budget von Höfen strapazieren, wurden die Chancen und Möglichkeiten von einer gemeinsamen Fahrzeugnutzung erörtert. Es bleibt abzuwarten, ob diese Ideen auch in Walzbachtal Einklang finden. 

Der Abend endete mit dem gemütlichen Zusammensitzen auf dem Hof. Hierbei konnten die Teilnehmer noch den eigens hergestellten Wein verkosten und den Abend mit interessanten Gesprächen ausklingen lassen. 

Der Ortsverband der Grünen Walzbachtal bedankt sich auf diesem Wege für die interessante Besichtigung.

Weitere Informationen über den Bio-Hof Schmiit findet man im Internet unter:

www.bio-hof-schmitt.de

 

 

Mitgliederversammlung zum Thema Senioren- und Flüchtlingsbetreuung in Walzbachtal

Der grüne Ortsverband befasste sich in seiner monatlichen Sitzung mit der Senioren- und Flüchtlingsbetreuung in Walzbachtal. Hierfür wurde Frau Platz, die in der Gemeindeverwaltung die Aufgabengebiete Sozialbetreuung und Senioren innehat und gleichzeitig als Integrationsbeauftragte fungiert, eingeladen.

Zunächst stellte Frau Platz das Soziale Netz Walzbachtal vor. Durch das Zusammenspiel von Gemeinde, Förderverein für caritativ-diakonische Dienste, Diakonie, medizinischen Dienstleistern, christlichem Krankenpflegeverein, Kirchen und Vereinen erhalten ältere Menschen Unterstützung bei der Bewältigung ihres Alltags und der Pflege. Die notwendigen Hilfen müssen von professionellen Diensten und Einrichtungen geleistet werden, es gibt aber auch Bereiche, die von ehrenamtlich Engagierten übernommen werden können. In diesem Zusammenhang wurde auch die besondere Stellung des seit 2006 bestehenden Seniorenbeirats, welcher wichtige Impulse für das Gemeindeleben gibt, betont. 

Aus aktuellem Anlass wurde über den Einsatz eines Bürgerbusses diskutiert. Demnächst soll es in Walzbachtal einen Shuttleservice zum Rewe-Supermarkt in Weingarten geben. Hierbei dürfte es spannend sein, wie hoch der Bedarf sein wird. Bei hohem Bedarf wäre dies ein Indiz für die Gründung einer Bürgerbuslinie. Besonder für ältere Menschen in Ortsrandlagen könnte dieser Bürgerbus Abhilfe bei der Bewältigung von weiten Fußwegen und dem Transport von Lebensmitteln schaffen und somit Lücken im öffentlichen Personennahverkehr schließen.

Im weiteren Verlauf des Abends erläuterte Frau Platz den aktuellen Stand über die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Aktuell sind 5600 Asylbewerber im Landkreis Karlsruhe untergebracht. Die Zuweisungszahlen sinken zwar - es besteht aber weiter Bedarf an Unterbringungsplätzen. Frau Platz lobte das Engagement der Flüchtlingshilfe Walzbachtal und verwies auf die Ausstellung "Fremde in unserer Stadt", welche vom 22. bis 24. Juli in Jöhlingen gezeigt wird. Die Ausstellung stellt die gegenwärtige Flüchtlingssituation dar und gibt einen Überblick über die wechselvolle Geschichte von Ein- und Auswanderungsbewegungen von denen auch Walzbachtal betroffen ist. 

Zum Abschluss bedankte sich Frau Platz für die Einladung und animierte den Ortsverband zum Weiterentwickeln von neuen Punkten und Ideen im Bereich der Senioren- und Flüchtlingsbetreuung. 

Exkursion in den Nationalpark Schwarzwald

Unsere diesjährige Exkursion führte uns erneut in den Nationalpark Schwarzwald. In Fahrgemeinschaften fuhren wir zunächst an den Mummelsee, wo wir von einem Ranger des Nationalparks begrüßt wurden. 

Zunächst erläuterte uns der Ranger die Gebietseinteilung des Nationalparks, welcher sich mit einer Fläche von 10062 ha auf ein kleineres Nordgebiet um den Hohen Ochsenkopf und ein größeres Südgebiet um den Ruhestein aufteilt. Beide Gebiete gliedern sich wiederum in eine Kern-, Entwicklungs- und Managementzone. In der Kernzone wird nicht in die Natur eingegriffen und hierdurch die Natur sich selbst überlassen. In der Entwicklungszone wird nur im Notfall eingegriffen, was zur Folge hat, dass die Entwicklungszone in 30 bis 40 Jahren ebenfalls in die Kernzone umgewandelt werden soll. Die Managementzone übt eine sogenannte Schutzzone für die beiden anderen Zone aus. Diese Zone wird beispielsweise bei einem Käferbefall aufgearbeitet. 

Anschließend traten wir den Anstieg zur Hornisgrinde an. Die Hornisgrinde ist von besonderer erdgeschichtlicher sowie landschaftsgeschichtlicher Bedeutung. Die ausgedehnten Feuchtheiden der Hochfläche, die sogenannten Grinden, gehen auf die Nutzung des Menschen zurück. Seit dem Mittelalter wurden die Waldflächen immer wieder brandgerodet und als Viehweide genutzt. Das große Hochmoor auf dem Südgipfel war davon nicht betroffen, da es von Natur aus waldfrei ist. Seine bis zu 5 Meter mächtigen Torfschichten werden auf ein Alter von 6000 Jahren geschätzt. 

Die landwirtschaftliche Nutzung der Hochfläche endet mit Beginn des 2. Weltkriegs. Zunächst belegt die deutsche Wehrmacht die Hornisgrinde als Stütz- und Beobachtungspunkt. Am Kriegsende besetzen die Franzosen das Gipfelplateau und erklären es zum militärischen Sperrgebiet. Im Jahr 1996, nach dem Abzug des französischen Militärs, haben die Deutsche Telekom, der Südwestrundfunk sowie Windkraftbetreiber den höchsten Berg des Nordschwarzwaldes für ihre Zwecke entdeckt. Zuvor gelang es 1992 die Überbleibsel der empfindlichen Hochmoorflächen gerade noch rechtzeitig unter Schutz zustellen. 

Der Nationalparkranger erläuterte uns die typische Grindenvegetation, bei der vor allem die Torfmoose, die Latschenkiefern sowie der rundblättrige Sonnentau hervorzuheben sind. Nachdem der Ranger die zahlreichen Fragen der Teilnehmer beantwortet hatte, setzten wir unseren Weg zur Wanderhütte Ochsenstall fort, wo wir beim wohlverdienten Essen den Nachmittag ausklingen ließen. 

Jahreshauptversammlung 2016

Die diesjährige Jahreshauptversammlung des Ortsverbands der Grünen Walzbachtal fand am 10. Mai im Naturfreundehaus Jöhlingen statt.

Nach der Begrüßung blickte Oliver Unmüßig aus Sicht des Ortsverbands auf das Jahr 2015 zurück. Der Ortsverband hatte sich in seinen monatlichen Mitgliederversammlungen insbesondere mit folgenden Themen befasst: Asylbewerber in Walzbachtal, Genehmigungsantrag der Opterra GmbH, Schritte zur Inklusion in Walzbachtal, Artenvielfalt im Kraichgau, Rathausneubau sowie digitale Selbstbestimmung im Jahr 2015. Neben den Mitgliederversammlungen organisierte der Ortsverband letztes Jahr erstmals eine Exkursion in den Nationalpark Schwarzwald und führte die zweite Grüne Tour de Walzbachtal durch. Mit einem Ausblick auf die Aktivitäten des Ortsverbands im Jahr 2016 beendete Oliver Unmüßig seinen Vortrag. So wird sich der Ortsverband mit den Themen "Wirtschaftsförderung in Walzbachtal" und der "Unterbringung von Flüchtlingen und Entwicklung im Bereich der Seniorenbetreuung" befassen. Zudem ist die Besichtigung des Biobauernhofs Schmitt in Binsheim geplant und es werden wieder eine Exkursion in den Nationalpark Schwarzwald sowie die 3. Grüne Tour de Walzbachtal stattfinden. 

Anschließend fuhr Andrea Zipf mit einem Jahresrückblick aus der Sicht der Gemeinderatsfraktion der Grünen Walzbachtal fort. Es wurde schnell deutlich, dass die Arbeit im Gemeinderat mit Gemeinderats-, Ausschuss- und Fraktionssitzungen einen hohen Zeitaufwand erfordert. Themenschwerpunkte in der Arbeit des Gemeinderats waren im Jahr 2015 der Rathausneubau, Bebauungspläne (Falltor, Hafnersgrund), die Anschlussunterbringung im Gageneck, Einkaufsmärkte und das Zementwerk. Abschließend erläuterte Andrea Zipf die Anträge der Gemeinderatsfraktion, so zum Beispiel die Kennzeichnung gemeindeeigener Bäume, welche zum Obstpflücken genutzt werden können, oder die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem neuen Rathaus. 

Im Anschluss wurden mit Andrea Bröker, Oliver Unmüßig und Michael Futterer drei neue Vorstände für eine Amtsdauer von zwei Jahren gewählt. 

Abschließend blickte der Ortsverband noch auf die Landtagswahl 2016 zurück und plante weitere Mitgliedertreffen. 

 

Maria Heubuch zu Gast in Walzbachtal

Der grüne Ortsverband lud am Mittwoch zu einer Wahlkampfveranstaltung mit der Europaabgeordneten Maria Heubuch und Andrea Schwarz in den Saal der Pizzeria Mia in Wössingen ein. Nach der Begrüßung durch den Ortsverbandssprecher Michael Futterer zog die Landtagskandidatin Andrea Schwarz positive Bilanz der letzten fünf Jahre. Anhand der Verkehrspolitik zeigte sie den Paradigmenwechsel, den das grün geführte Verkehrsministerium vollzogen hatte. "Wir inivestieren nicht nur mehr, sondern intelligenter, denn unser Schwerpunkt liegt auf Erhalt und Sanierung, so haben wir zum Beispiel 2015 120 Millionen für die Sanierung von Landstraßen ausgegeben, fast doppelt soviel wie die Vorgängerregierung 2010. Und wenn wir ehrlich sind, es macht doch mehr Sinn, das Bestehende zu erhalten, als verlottern zu lassen, nur um medienwirksam Bändchen durchzuschneiden und neue Straßen einzuweihen."

"Ich könnte noch stundenlang über die Erfolge der grün-roten Landesregierung reden" betonte Andrea Schwarz, "ob nun in der Bildungspolitik, wo wir über eine Milliarde mehr investiert haben, oder beim Klimaschutz, wo wir mit dem integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept einen Maßnahmenkatalog haben, ob im Naturschutz, bei der direkten Demokratie, der Bürgerbeteiligung und und und ... festzuhalten bleibt GRÜN tut dem Land gut" schloss Andrea Schwarz ihren Vortrag.

Maria Heubuch, Milchbäuerin aus Ravensburg und jahrelange Vorsitzende der ABL - Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft - erklärte den interessierten Gästen die Grundprinzipien der europäischen Agrarpolitik und das Bestreben des ehemaligen Agrarkommissars Chiolos, die Landwirtschaft umweltfreundlicher zu gestalten. Auch über neue Gentec-Verfahren informierte sie und sprach ihre große Sorge aus, dass die Genlobby diese nicht als genmanipulierte Produkte auf den Markt bringen wolle, sondern unter dem Laben "neue Züchtungstechnologien". Das hätte zur Folge, dass diese Produkte nicht mehr unter die Gentec-Gesetzgebung fallen und als konventionelle Zucht gelten.

Auch die Glyphosatdebatte in der EU sprach sie an, und dass die Verschiebung der Abstimmung als Etappensieg zu werten sei: "Es ist ein großer Erfolg, dass die EU-Kommission mit ihrem schwachen Vorschlag gescheitert ist. Länder wie Schweden, Niederlande, Frankreich und Italien hatten angekündigt, gegen eine Zulassung bis zum Sankt-Nimmerleinstag zu stimmen. Dies sollten sich die anderen EU-Länder zum Vorbild nehmen. Denn die Gesetzgebung ist eindeutig: Chemikalien, die im begründeten Verdacht stehen, krebserregend und hormonell wirksam zu sein, müssen verboten werden", bevor es in eine rege Debatte mit den Zuhörerinnen und Zuhörer ging, die erst nach 22 Uhr beendet war. Fazit eines Gastes über Maria Heubuch: "Die weiß, wo von se schwätzt".

 

Aus Erfahrung Grün!

Die grüne Landtagskandidatin Andrea Schwarz besuchte den grünen Ortsverband und stellte Eckpunkte des Wahlprogramms der Grünen vor.

Andrea Schwarz begann ihr politisches Engagement, um für ihre Kinder eine ökologischere und sozial gerechtere Welt zu verwirklichen. Die medizinische Fachkraft ist Mitarbeiterin eines Landtagsabgeordneten und engagiert sich privat in der Flüchtlingshilfe und bei Greenpeace.

Die grün-rote Regierung habe Baden-Württemberg ökologischer und weltoffener gemacht. Mit dem Ende der Studiengebühren und der Einführung der Gemeinschaftsschulen gibt es im Land jetzt mehr Bildungsgerechtigkeit. Auch die ökologische Agrarwende ist auf einem guten Weg. Weitere Themen von Andrea Schwarz sind der Tierschutz und eine klimafreundliche Energiewende.

Digitale Selbstbestimmung im Jahr 2015 - Vorratsdatenspeicherung

Digitale Selbstbestimmung im Jahr 2015 - Vorratsdatenspeicherung

Dieses Mal beschäftigten wir uns mit dem Thema „Digitale Selbstbestimmung im Jahr 2015“. Insbesondere der Bereich Vorratsdatenspeicherung spielt hierbei eine zentrale Rolle. Anbieter von Telekommunikationsdiensten sind dazu verpflichtet die Verbindungsdaten elektronischer Kommunikationsvorgänge zu registrieren, ohne dass ein Anfangsverdacht oder eine konkrete Gefahr besteht. Erklärter Zweck der Vorratsdatenspeicherung ist die verbesserte Möglichkeit der Verhütung und Verfolgung schwerer Straftaten.

Bürger werden hierdurch anlasslos unter Generalverdacht gestellt. Eine Studie des Max-Plank-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht belegt, dass Vorratsdatenspeicherung keinerlei Mehrwert für Kontroll- bzw. Strafverfolgungsbehörden liefert.

Am 16. Oktober diesen Jahres hat der Deutsche Bundestag dem neuen Gesetzentwurf zur Einführung einer Speicherpflicht und Höchstspeicherfrist für Verkehrsdaten zugestimmt. Es werden somit unter anderem Standortdaten der mobilen Internetnutzung für vier Wochen sowie Rufnummer, Zeit und Dauer aller Telefonate für zehn Wochen gespeichert. NGOs und andere Verbände bereiten eine Verfassungsklage vor. Diese Verfassungsklage sollte unbedingt unterstützt werden. Auf der Website des eingetragenen Vereins Digitalcourage kann man als Unterstützer die Verfassungsbeschwerde gegen Vorratsdatenspeicherung unterzeichnen.

Weitere Infos zum Thema findet man unter folgenden Links:

www.janstelling.de/2015-11-28_in-eigener-sache-vortrag-und-diskussion-zum-thema-vorratsdatenspeicherung/

www.janstelling.de/2015-12-04_vorratsdatenspeicherung-praesentation-zum-vortrag/

Vortrag - Genehmigungsantrag der Opterra Wössingen GmbH zur Erhöhung der Emissionsgrenzwerte für TOC und CO

Mitgliedertreffen zum Thema "Genehmigungsantrag der Opterra Wössingen GmbH zur Erhöhung der Emissionsgrenzwerte für TOC und CO

Beim Mitgliedertreffen des OV Grüne Walzbachtal am 11.11 wurde ausführlich über den vorliegenden Antrag der Opterra Wössingen GmbH zur Erhöhung der Grenzwerte des Kohlenmonoxid (CO) und des gesamten organischen Kohlenstoffs (TOC) diskutiert. Man kam letztlich zum Schluss, dass der Antrag auf die Erhöhung der Grenzwerte viele offene Fragen enthält und generell abgelehnt werden sollte.

Der Bürgermeister zu Gast beim Grünen Ortsverband

In der Oktober-Sitzung des Ortsverbandes der Grünen Walzbachtal hat Bürgermeister Karl-Heinz Burgey unseren Mitgliedern und auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Überblick über aktuelle Themen des Ortes gegeben. Dabei wurden vor allem Themen angesprochen mit denen sich der grüne Ortsverband schon länger beschäftigt und die ihm ein großes Anliegen sind.

Zunächst informierte Herr Burgey über das Thema Wasser/Abwasser/Hochwasser sowie den aktuellen Stand bei der Planung der Ausweisung von Windkraftstandorten in Walzbachtal. Die Energiewende ist politisch entschieden und daher umzusetzen. Vermutlich aufgrund der geringen Windhöffigkeit im Walzbachtal liegen derzeit keine Anfragen von Investoren vor. Allerdings kann sich durch technischen Fortschritt in den kommenden Jahren eine andere Situation ergeben.

Anschließend wurde über die Verkehrspolitik in Walzbachtal diskutiert. Der grüne Ortsverband macht sich hier seit Beginn für eine gute öffentliche Verkehrsinfrastruktur stark. Die Anbindung der Stadtbahn an die Gemeinde wird auch von Herrn Burgey als segensreiche Situation für die Kommune gesehen. Die Planung der Ortsumfahrung von Jöhlingen betreffend, liegen derzeit die Planungen beim Bundesverkehrsministerium und man hoffe auf eine Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan. Der Bürgermeister dankte nochmals dem Ortsverband, der sich aufgrund der Luft- und Lärmsituation in Jöhlingen auch für die Umfahrung der B 293 bei der Landesregierung eingesetzt hatte. Innerorts sollte allerdings aus Sicht des Ortsverbandes die Situation für den Rad- und Fußverkehr deutlich verbessert werden. Herr Burgey informierte, dass dies derzeit aus Kostengründen scheitert, da hier ein umfassendes Gesamtkonzept mit umfangreichen Baumaßnahmen umgesetzt werden müsste.

Es wurde auch nochmals über die Notwendigkeit und die Finanzierung des neuen Rathauses gesprochen. Hier hatte sich die grüne Fraktion zuletzt für die wesentlich kostengünstigere Putzfassade eingesetzt, aber leider keine Mehrheit im Gemeinderat erreicht.

Hinsichtlich der Flüchtlingssituation machte Herr Burgey deutlich, dass die Gemeinde letztlich die Aufgabe zur Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen verantworte. Dabei hat die Gemeinde den Wohnraum und die Soziale Betreuung sowie die kommunale Infrastruktur bereitzustellen. Derzeit findet in der öffentlichen Meinung eine Polarisierung in beide Richtungen statt, die durch eine einseitige Berichterstattung der Presse verstärkt werde. Hier wird es eine offene Diskussion in der Gemeinde geben müssen, da Veränderungen immer mit Ängsten verbunden sind. Das derzeitige große ehrenamtliche Engagement in der Gemeinde wird zukünftig durch hauptamtliche Kräfte unterstützt, um eine gute Integration der Flüchtlinge zu erreichen.   

Der Ortsverband der Grünen möchte an dieser Stelle Herrn Bürgermeister Burgey nochmals danken, dass er sich sehr viel Zeit genommen hat und mit uns ausführlich über die Themen diskutierte. Der Ortsverband konnte aus dem Gespräch auch viele thematische Anregungen mitnehmen, mit denen er sich demnächst auch beschäftigen wird.  

  

Vortrag zum Thema "Artenvielfalt im Kraichgau"

Am 20. August befasste sich der Ortsverband der Grünen Walzbachtal mit dem Thema „Artenvielfalt im Kraichgau“. Hierfür konnten die beiden Referenten Norbert Fleischer und Gerhard Fritz vom NABU Bretten gewonnen werden.

In seinem Vortrag ging Gerhard Fritz auf die lebensfeindlichen Monokulturen ein, die insbesondere Wiesenblumen und Ackerkräuter vom Aussterben bedrohen. Diese Monokulturen und der zusätzliche Einsatz von Pestiziden belasten die Nahrungskette erheblich.

Desweiteren wurde auf den stetigen Rückgang der weltweiten Vogelpopulation hingewiesen. Auch hier in der Region macht sich diese Tatsache bemerkbar. So sind beispielsweise Rebhühner oder auch der Neuntöter in der Gemarkung Bretten nicht mehr zu finden.

Im Kraichgau verdrängen zahlreiche Exoten, wie zum Beispiel Thuja, Bambus, Kirschlorbeer oder auch die zahlreichen Nadelbäume, die ursprüngliche Vegetation und somit auch die dort angesiedelten Lebewesen. Diese Aussage lässt sich am Haussperling verdeutlichen. Aufgrund der veränderten Lebensbedingungen hat sich der Bestand innerhalb von 20 Jahren halbiert.

Zum Abschluss des Vortrags appellierten die beiden Referenten dazu, heimische Bäume und Sträucher zu pflanzen und somit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt im Kraichgau zu leisten.

Grüne Tour de Walzbachtal 2015

Am 26 Juli fand die diesjährige Grüne Tour de Walzbachtal 2015 statt. Bei sonnigen Temperaturen trafen sich die Teilnehmer bei der Zehntscheune in Wössingen. Letztes Jahr endete hier noch unsere Tour mit dem Restaurantbesuch, dieses Jahr steht die Zehntscheune bereits längere Zeit zum Verkauf zur Verfügung.

Die Tour führte zunächst in die Alemannenstraße, wo sich die Teilnehmer einen Überblick von der Asylbewerberunterkunft machten. Insgesamt wohnen 9 Familien in der Unterkunft. Die Kinder besuchen die Schulen in Wössingen und Bretten. Zudem finden weitere Deutschkurse in der Unterkunft in einem Kursraum statt.

Nächster Anlaufpunkt war das Wössinger Rathaus. Gründe für den Neubau des Rathauses sind unter anderem der Brandschutz, die Raumsituation, die Feuchtigkeit im Keller und die nicht vorhandene Barrierefreiheit. Bekanntermaßen stellt der Neubau des Rathauses eine finanzielle Belastung für die Gemeinde dar und der Gemeinderat ist gewillt, Einsparungen zu finden, insbesondere die Außenfassade bietet hier großen Einsparungsspielraum.

Als nächstes Ziel wurde das Bitschengässle angefahren. Hier soll eine Unterkunft für 80 Asylbewerber entstehen. Der Rundumbau, der schnell fertiggestellt werden soll, wird Gemeinschaftsräume enthalten. Demnächst können sich die Bürger in einer Informationsveranstaltung über das Projekt informieren.

Nicht weit entfernt vom Bitschengässle befindet sich das geplante Neubaugebiet Falltor. Auch hier verschafften sich die Teilnehmer einen Überblick über die mögliche Bebauung.

Auf dem Weg nach Jöhlingen wurde das Baugebiet Bäderäcker angefahren, welches seit Beginn des Jahres erschlossen ist. Seit dem Frühjahr werden auch erste Bauvorhaben realisiert. Vor Ort wurde neben der exponierten Hanglage auch der Fund von Skeletten aus der Merowinger-Zeit thematisiert.

In Jöhlingen besichtigten die Teilnehmer das Grundstück Rohrloch/Jahnstraße. Das langgezogene Grundstück mit Steigung gehört der Gemeinde und soll ebenfalls für eine Unterkunft für 80 Asylbewerber genutzt werden. Der Baubeginn wird im kommenden Jahr sein.

Nächster Haltepunkt war das Kinderhaus Regenbogen in Jöhlingen. Bei der letztjährigen Grünen Tour de Walzbachtal standen hier noch Bauzäune. Dieses Jahr konnten sich die Teilnehmer von einem vollends gelungenen Kinderhaus überzeugen.

Die Tour endete auf einem Gartengrundstück in Jöhlingen, wo man bei einem kleinen Grillfest zum gemütlichen Teil des Tages überging.

Alles in allem war der Tag von vielen interessanten Gesprächen und Diskussionen geprägt. Für das Jahr 2016 ist die dritte Grüne Tour de Walzbachtal geplant. Auch im nächsten Jahr wird es wieder einige Anlaufpunkte geben, die von kommunalpolitischer Relevanz sein werden.  

Grüner Ortsverband Walzbachtal diskutierte über Inklusion

Der Ortsverband der Grünen von Walzbachtal hatte bei seinem letzten Treffen den grünen Landtagsabgeordneten Thomas Poreski als Gast. Das Thema des Abends war die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Baden-Württemberg und die Bedeutung für die Menschen mit Behinderung in Walzbachtal. Thomas Poreski erläuterte in seinem Vortrag die zahlreichen Gesetzesinitiativen der letzten Jahre u.a. das Landesbehindertengleichstellungsgesetz, die Änderung der Landesbauordnung oder die Änderung des Schulgesetzes. Zur inklusiven Beschulung berichtete er von positiven Beispielen aus seinem Wahlkreis Reutlingen und dass z.B. in Südtirol die inklusive Schule der Normalfall ist und nicht die Ausnahme. Der frisch gedruckte Landesaktionsplan zur Inklusion enthält auch Leitlinien für die Umsetzung vor Ort. In vielen Städten und Gemeinden ist Inklusion eine Zielsetzung geworden. Dabei sind alle Dimensionen, nämlich Schule, Arbeit, Freizeit, Kultur und v.a. Barrierefreiheit zu berücksichtigen. Von diesen Kommunen kann man lernen, so dass auch in Walzbachtal weitere Schritte zur Inklusion gegangen werden. Die Anwesenden Teilnehmer waren sich einig, dass dies in Zukunft ein wichtiges Thema vor Ort sein wird und man hier Initiative ergreifen wird.

Ausflug in den Nationalpark Schwarzwald

Unser diesjähriger Jahresausflug führte uns in den seit eineinhalb Jahren bestehenden Nationalpark Nordschwarzwald. Unsere Führung begann am Naturschutzzentrum Ruhestein, wo wir von einem Ranger des Nationalparks begrüßt wurden. Zielgerichtet marschierten wir auf einen aufwärts führenden Waldweg zu und tauchten zwischen dichten Bäumen in den Wald ein. Nachdem wir eine für den Nordschwarzwald typische Grindenfläche passiert hatten, standen wir auch schon bald auf einer Karwand und konnten den Wilden See von oben betrachten. Schon 1911 wurde um den Wilden See ein Banngebiet gelegt. Damit ist dieses Gebiet das älteste Schutzgebiet des Landes Baden-Württemberg und für den Nationalpark Schwarzwald ein ganz besonderer Ort. Seit über 100 Jahren kann sich hier Natur ohne Holznutzung ungestört entwickeln. Hier kann man sich von der einmaligen Atmosphäre entstehender „Wildnis“ verzaubern lassen.

Anschließend stiegen wir zum See hinab und ließen den Bannwald auf uns wirken. Was auf den ersten Blick nur nach totem Holz aussah, entpuppte sich auf den zweiten als üppiges, blühendes Leben. Junge Bäume, Flechten, Moose, Pilze und Farne sprießen überall und bieten Insekten, Vögeln und Fledermäusen einen idealen Lebensraum. Als wir unten am See ankamen, fanden wir eine typische Atmosphäre vor, die diesen Ort so charakteristisch macht. Ruhig und unbeweglich hingen Nebelfetzen zwischen den Bäumen und Nässe glitzerte auf Moosen und Blättern. Das Gesamtbild wurde noch durch den Gesang des Dreizehenspechts abgerundet. Der Ranger ging auf unsere zahlreichen Fragen ein und beschrieb die Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark. Hierbei äußerte er auch die Vermutung, dass sich wieder Wölfe und Luchse im Schwarzwald aufhalten. Diese Vermutung wurde bekanntlich letzte Woche bestätigt, als ein toter Wolf bei Lahr entdeckt wurde.

Unsere Wanderung führte uns weiter durch den Bannwald zur Darmstädter Hütte, wo unsere wir beim wohlverdienten Essen unsere Tour ausklingen ließen.

Mitgliedertreffen zum Thema "Asyl im Raum Karlsruhe"

Mitgliedertreffen zum Thema "Gemeindehaushalt"

An diesem Abend durften wir Frau Leyerle, die Leiterin des Zentralbüros der Gemeinde Walzbachtal, begrüßen. Sie erläuterte uns die Grundzüge des kommunalen Haushalts und ging auf unsere Fragen ein. In den anschließenden Diskussionsrunde ging Frau Leyerle auf weitere Fragen der Gäste ein.